<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="2"><tr><td>Ausgezählte Stimmen</td><td>Gültige Stimmen</td><td>FSLN</td><td>ALN</td><td>PLC</td><td>MRS</td><td>AC</td></tr><tr><td>91.48 %</td><td>2.244.215</td><td>38.07 %</td><td>29.00 %</td><td>26.21 %</td><td>6.44 %</td><td>0.27 %</td></tr></table>
Nach Auszählung von über 91 Prozent der Stimmen steht nun auch offiziell fest, was alle bisherigen Teilergebnisse und Untersuchungen unabhängiger Institutionen der letzten Tage bereits vorausgesagt haben: Der Kandidat der Sandinistischen Befreiungsfront, Daniel Ortega, ist der künftige Präsident Nicaraguas. Mit 38,07 Prozent der Stimmen und einem Abstand von mehr als neun Prozent zum Zweitplazierten, dem rechten ALN-Kandidaten Eduardo Montealegre, erfüllt Ortega die gesetzlichen Bestimmungen für einen Wahlsieg in der ersten Runde. Dabei kam ihm insbesondere auch die Spaltung der Rechten zugute. PLC-Kandidat José Rizo liegt mit 26,21 Prozent nämlich nur recht knapp hinter der ALN, zusammen hätten beide Rechtsparteien die absolute Mehrheit erreicht.
Daniel Ortega zeigte sich in seinen ersten Erklärungen als gewählter Präsident versöhnlich. Man könne nicht von Gewinnern und Verlierern sprechen, sondern müsse nun gemeinsam für das Wohl des Landes arbeiten. "Danken wir Gott für diese Gelegenheit, die er uns gibt, um Nicaragua in Versöhnung aufzubauen, das heisst, uns zu verstehen, zu diskutieren, über die Unterschiede den Konsens zu schaffen."
An Ortegas Seite stellte sich der unterlegene Kandidat Montealegre der Presse, der als zweiter Gegner nach Edén Pastora Ortegas Sieg anerkannte. Er kündigte eine "konstruktive, intelligente und demokratische Opposition" an. Daniel Ortega interpretierte die Geste des Zweitplazierten als Zeichen für die Bereitschaft aller Nicaraguaner, für das Wohl des Landes zu arbeiten und es aus der Armut zu befreien. "Wir fühlen, dass in unserem Land Bedingungen geschaffen werden, um eine neue politische Kultur umzusetzen, die uns inmitten der Unterschiedlichkeit mit einem konstruktiven Geist trägt, der die Armen in den Mittelpunkt stellt", sagte der künftige Präsident.
Vor dem Sitz der FSLN in Managua versammelten sich Hunderte Sandinisten und feierten mit rot-schwarzen Fahnen und dem Sprechchor "El pueblo unido jamás será vencido" (Das vereinte Volk wird nie besiegt sein) den Sieg der Befreiungsfront. Durch die Strassen der Hauptstadt zogen Autokarawanen, während vor allem in den armen Vierteln Managuas die am Sonntag begonnenen Siegesfeiern fortgesetzt wurden.
Der kubanische Präsident Fidel Castro sandte dem sandinistischen Comandante ein Glückwunschschreiben, in dem es heisst: "Der großartige sandinistische Sieg erfüllt unser Volk mit Freude und die terroristische und völkermörderische Regierung der Vereinigten Staaten mit Schmach." Die vom Moderator Randy Alonso in der populären Fernsehsendung "Mesa Redonda" (Runder Tisch) des kubanischen Fernsehens verlesene Botschaft endet mit den Worten: "Für eine bessere Welt zu kämpfen bedeutet, für eine Lebenshoffnung für alle Völker zu kämpfen. Sowohl du wie auch das heldenhafte Volk Nicaraguas verdienen die wärmsten Glückwünsche."
Kurz nachdem der Oberste Wahlrat Ortega zum gewählten Präsidenten Nicaraguas erklärt hatte, telefonierte dieser auch mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und sandte "dem bolivarianischen Volk und allen Völkern Lateinamerikas die Umarmung des sandinistischen Volkes". Chávez, der sich gerade in einer Versammlung mit Vertretern der Kommunalen Räte Venezuelas befand, antwortete mit den Slogans "Es lebe die Sandinistische Befreiungsfront! Es lebe die Sandinistische Revolution! Es lebe das freie Nicaragua! Es lebe Daniel Ortega!"
Der künftige Präsident Nicaraguas antwortete: "Venezuela hat die Fahne Bolívars erhoben, die überall auf dem Kontinent, in der Karibik und auf dem gesamten amerikanischen Kontinent weht, denn das Banner Bolívars geht in den Händen von Hugo Chávez, von dieser Bolivarischen Republik Venezuela um die Welt."
Chávez versicherte Ortega, dass das nicaraguanische Volk mit aller Unterstützung Venezuelas rechnen könne, um die neue Regierung und das Entwicklungsprojekt der Sandinisten zu stabilisieren: "Das ist unser gemeinsames Projekt: die Integration Lateinamerikas, das aufgehört hat, der Hinterhof des nordamerikanischen Imperiums zu sein. Es erhebt sich von neuem. Heute vereinen sich wie nie zuvor die Sandinistische Revolution und die Bolivarianische Revolution, um gemeinsam die Zukunft aufzubauen, den Sozialismus des XXI. Jahrhunderts!" Er verabschiedete sich mit den Worte: "Ich hoffe, dich bald zu sehen, Präsident!"
www.redglobe.de, 8.11.06
| < Zurück | Weiter > |
|---|












