Der Investor Warren Buffett bezeichnete sie als "Massenvernichtungswaffen" der Finanzmärkte: Die Rede ist von Derivaten, also außerbörslich gehandelten Finanzkontrakten. Ein Artikel aus der Financial Times Deutschland (FTD) vom 18.05.09 macht deutlich, um welche Dimensionen es geht. Dagegen nehmen sich die bisherigen hunderte von Milliarden "Rettungsschirme" und Staatsgarantien geradezu wie "Peanuts" aus.
Immer wieder taucht die Frage auf, was denn damit gemeint sei, wenn von Krise die Rede ist. Was genau gerät da eigentlich in die Krise? Und welchen Charakter hat diese Krise? Wie verhält sie sich zu Branchenkrisen und konjunkturellen Krisen? Lässt sie sich mit der Theorie der Langen Wellen von Kondratjew erklären oder als Krise der Hegemonie herrschender Akteure, also der Vorherrschaft bislang dominanter Institutionen, deuten? Sollten wir es gar mit einer System- oder darüber hinaus mit einer Menschheitskrise zu tun haben? (1)
Natürlich lenken die Medien in der aktuellen Finanzkrise das Augenmerk auf die Gier der Banker und die Gier der amerikanischen Kreditnehmer, auf Unmengen fauler Kredite und auf Unmengen von Credit Default Swaps und anderen Derivaten. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit.
Antwort von Robert Kurz auf eine Umfrage des „Konkret“-Herausgebers Hermann L. Gremliza unter linken Autoren zu seinem Krisenkommentar im Januarheft)
Der Kapitalismus hat bekanntlich seine großen Krisen. Aber muss es ausgerechnet jetzt sein? So ganz unvorbereitet kann man nur hoffen, dass weiterhin die nächste Straßenbahn kommt, das Gas aus Russland, das Wasser aus der Leitung und am Samstag die Sportschau im Ersten. Sicher ist allerdings gar nichts mehr.
Das »Goldene Zeitalter« des Kapitalismus fußte auf einer »inneren Kapitalexpansion« in den avancierten kapitalistischen Ökonomien, innerhalb derer zuvor ausgeklammerte Gesellschafts- und Lebensbereiche für die Kapitalverwertung erschlossen wurden. Diskussionsbeitrag zu den Ursachen und den Folgen der Finanzkrise.
Das, was zunächst als „Unruhe“ und „Turbulenzen“ auf den Finanzmärkten bezeichnet wurde, darf nun auch offiziell als „Krise“ bezeichnet werden. Zunächst noch als „Finanzkrise“ in aller Munde, wird im Laufe von 2009 auch das Wort „neue Weltwirtschaftskrise“ Einzug in den Sprachgebrauch der Medien finden müssen, denn zu offensichtlich werden in den nächsten Monaten die sozialen Folgen sein, die sich immer weniger hinter „Rettungsschirmen“ und „Konjunkturprogrammen“ verstecken lassen werden. "Politik und Kultur“ (puk) versucht, Hintergründe und Zusammenhänge der Krise verständlicher zu machen, um damit die Grundlage zu schaffen, greifbare, realisierbare Alternativen – den Sozialismus des 21. Jahrhunderts - zu diskutieren und weiterzuentwickeln.Keine Beiräge anzeigen