Boykott im Hafen von Livorno:
»Wir hatten beschlossen, gegen die Reformen des Erziehungsministers und die Präkarisierung der Arbeit zu streiken ? doch jetzt steht der Krieg an erster Stelle, denn die Schule ist ein Ort des Friedens«, erklärte Piero Bernocchi, Sprecher der gewerkschaftlichen Basiskomitees COBAS. Ebenfalls am Montag streikte das Personal des städtischen Nahverkehrs in Florenz. Auch hier wurde die gewerkschaftliche Kampfmaßnahme zur Friedensdemonstration.
Bereits am Wochenende gab es zahlreiche Aktionen gegen den Irak-Krieg. In Rom eröffneten 50000 Teilnehmer den als »Friedenslauf« deklarierten Stadtmarathon mit einer überdimensionalen, von mehreren hundert Läufern getragenen Friedensfahne. Der Kurs des Rennens war ebenfalls in den Regenbogenfarben der Friedensbefürworter ausgeflaggt.
Fast gleichzeitig wehte vom schiefen Turm in Pisa eine von »disobbedienti« (Ungehorsamen) angebrachte, 70 Meter lange Friedensfahne, die nach mehreren Minuten unter lautstarkem Protest von Demonstranten und Touristen von Carabinieri eingeholt wurde.
Ganz konkret wurde der Protest in Livorno. Dort verweigerten Hafenarbeiter sämtliche Reparaturen an einem von US-Militärs gecharterten havarierten Zivilfrachter, der mit Kriegsgerät in Richtung Suezkanal gehen sollte. Ob das Schiff nun in einen italienischen Marinehafen einlaufen kann, ist derzeit ungewiß.
Für Sonnabend ist eine zentrale Demonstration in Rom geplant, wo die Teilnehmerzahl des 15. Februar (drei Millionen) noch übertroffen werden soll. Die gewerkschaftlichen Basiskomitees haben zudem für den 2. April landesweit zum neuerlichen Generalstreik aufgerufen, um »einen Krieg aufzuhalten, der ausschließlich der geopolitischen Kontrolle strategischer Energieressourcen dient«.
Auf breite Empörung in der italienischen Öffentlichkeit stieß die Ausweisung von vier irakischen Diplomaten durch die Regierung Berlusconi. Damit war Italien nach Australien das zweite Land, welches der völkerrechtswidrigen Aufforderung der US-Regierung nachkam, irakische Diplomaten auszuweisen. Selbst »Ihrer Majestät« britische Regierung wies das Ansinnen als Einmischung in innere Angelegenheiten zurück. Bis Dienstag mittag weigerte sich der Außenminister, die Gründe für diese Maßnahme im Parlament vorzutragen. Iraks Botschafter beim Vatikan bleibt jedenfalls in Rom; die Botschaft hat ihr Personal aufgestockt.
Italien: Hafenarbeiter reparierten Militärschiff nicht. Arbeitskämpfe werden zu Antikriegsaktionen
Am Montag blieben in Italien alle Bildungseinrichtungen, von Kindergärten bis zu Gymnasien, geschlossen. Es streikte nicht nur das Lehrpersonal, auch die technischen sowie die Reiningskräfte protestierten gegen Arbeitsdruck und die Weigerung der Behörden, neues Personal einzustellen. Der von allen Gewerkschaften getragene Streik wurde von den Beschäftigten zu 100 Prozent befolgt. Gleichzeitig verwandelten sich die aus diesem Anlaß organisierten vormittäglichen Demonstrationen in allen größeren und mittleren Städten zu massiven Antikriegskundgebungen.»Wir hatten beschlossen, gegen die Reformen des Erziehungsministers und die Präkarisierung der Arbeit zu streiken ? doch jetzt steht der Krieg an erster Stelle, denn die Schule ist ein Ort des Friedens«, erklärte Piero Bernocchi, Sprecher der gewerkschaftlichen Basiskomitees COBAS. Ebenfalls am Montag streikte das Personal des städtischen Nahverkehrs in Florenz. Auch hier wurde die gewerkschaftliche Kampfmaßnahme zur Friedensdemonstration.
Bereits am Wochenende gab es zahlreiche Aktionen gegen den Irak-Krieg. In Rom eröffneten 50000 Teilnehmer den als »Friedenslauf« deklarierten Stadtmarathon mit einer überdimensionalen, von mehreren hundert Läufern getragenen Friedensfahne. Der Kurs des Rennens war ebenfalls in den Regenbogenfarben der Friedensbefürworter ausgeflaggt.
Fast gleichzeitig wehte vom schiefen Turm in Pisa eine von »disobbedienti« (Ungehorsamen) angebrachte, 70 Meter lange Friedensfahne, die nach mehreren Minuten unter lautstarkem Protest von Demonstranten und Touristen von Carabinieri eingeholt wurde.
Ganz konkret wurde der Protest in Livorno. Dort verweigerten Hafenarbeiter sämtliche Reparaturen an einem von US-Militärs gecharterten havarierten Zivilfrachter, der mit Kriegsgerät in Richtung Suezkanal gehen sollte. Ob das Schiff nun in einen italienischen Marinehafen einlaufen kann, ist derzeit ungewiß.
Für Sonnabend ist eine zentrale Demonstration in Rom geplant, wo die Teilnehmerzahl des 15. Februar (drei Millionen) noch übertroffen werden soll. Die gewerkschaftlichen Basiskomitees haben zudem für den 2. April landesweit zum neuerlichen Generalstreik aufgerufen, um »einen Krieg aufzuhalten, der ausschließlich der geopolitischen Kontrolle strategischer Energieressourcen dient«.
Auf breite Empörung in der italienischen Öffentlichkeit stieß die Ausweisung von vier irakischen Diplomaten durch die Regierung Berlusconi. Damit war Italien nach Australien das zweite Land, welches der völkerrechtswidrigen Aufforderung der US-Regierung nachkam, irakische Diplomaten auszuweisen. Selbst »Ihrer Majestät« britische Regierung wies das Ansinnen als Einmischung in innere Angelegenheiten zurück. Bis Dienstag mittag weigerte sich der Außenminister, die Gründe für diese Maßnahme im Parlament vorzutragen. Iraks Botschafter beim Vatikan bleibt jedenfalls in Rom; die Botschaft hat ihr Personal aufgestockt.
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