Netzaktivist warnt vor RFID-Chips:
Die RFID-Etiketten, die Nachfolger der Barcodes, können deutlich mehr Informationen tragen und sind zudem noch einfacher auszulesen. Der Handel verspricht sich neben der Diebstahlsicherung auch die Beschleunigung von logistischen Prozessen. Doch Datenschützer haben erhebliche Bedenken, dass Kunden mit Hilfe dieser Chips ausspioniert werden und befürchten Gefahren für Privatsphäre und für Bürgerrechte. "Unternehmen verwenden die geraubten Daten, um mir noch effektiver mit immer weniger Gegenleistung und Vielfalt mein Geld aus der Tasche zu ziehen. Das geht hin bis zur Preisdiskriminierung", so padeluun.
Um den Informationsfluss selbst kontrollieren zu können, müssten Unternehmen ihren Kunden RFID-Lesegeräte zur Verfügung stellen, fordert padeluun weiter und weist daraufhin, dass sein Verein an der Herstellung solcher Lesegeräte arbeitet. Von der Stiftung Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft erhielt Foebud 15.000 Euro zur Realisierung.
Das vollständige Interview mit padeluun auf Telepolis:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/16234/1.html
Bürgerrechtler warnen vor RFID-Technik
Internationale Bürgerrechts- und Verbraucherschutzorganisationen fordern ein Moratorium für Hersteller von RFID-Etiketten und Handelsketten, um Gefahren für die Privatsphäre und für Bürgerrechte begegnen zu können. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehört der Verein FoeBuD, der in Deutschland die Big Brother Awards vergibt. Radio Frequency Identification (RFID) sei eine Warenmarkierungstechnik mit gravierenden gesellschaftlichen Folgen, die bei missbräuchlicher Nutzung bis hin zum Verlust der Käuferanonymität und der Bedrohung bürgerlicher Freiheiten führen könne, heißt es in einem Positionspapier.
Es gebe zwar sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für RFID wie zum Beispiel die Rückverfolgung von Medikamenten, um sicherzustellen, dass diese keine Fälschungen sind; auch könnte die Auffindung von Gegenständen mit toxischen Substanzen auf Mülldeponien erleichtert werden, doch könnten Eigenschaften der Technik den Datenschutz gefähren. So könnten RFID-Etiketten an Gegenständen ohne Kenntnis derer angebracht werden, die die Produkte erwerben. Die Objekte bekämen so einzigartige Identifikationsmerkmale, die zur Errichtung eines globalen Registrierungssystems geeignet seien. Entsprechende Datensammlungen könnten mit Personenidentifikationsdaten zusammengeführt werden. Es wären Bewegungsprofile von Personen möglich, ohne dass diese davon wüssten.
Das Positionspapier versucht die Waage zu halten zwischen akzeptablen wirtschaftlichen Interessen wie der Beobachtung von Waren innerhalb einer Logistikkette und dem Recht des Individuums, nicht weiter verfolgt zu werden. Die unterzeichnenden Organisationen empfehlen daher drei Leitlinien:
Die Technikfolgen von RFID müssten von einer neutralen Instanz abgeschätzt werden. Als Vorbild erwähnt das Papier die ehemalige Abteilung für Technologiebeurteilung des US-Kongress (Congressional Office of Technology Assessment).
Der Einsatz der RFID-Technik müsse von strengen Pinzipien fairer Informationspraxis geleitet sein. So dürfe es keine geheimen Datenbanken geben und es müssten die Zwecke der Etiketten und Lesegeräte angegeben werden.
Händler sollte es verboten sein, Kunden zum Akzeptieren von RFID-Etiketten zu zwingen. Es dürfe kein Verbot geben, nach solchen Etiketten zu suchen und diese funktionsuntüchtig zu machen.
Die Bürgerrechtler und Verbraucherschützer fordern Händler und Hersteller auf, sich auf einen freiwilligen Aufschub beim Einsatz von RFID-Technik zu einigen. An dem anschließenden Beurteilungsprozess sollten alle Interessengruppen inklusive der Verbraucher beteiligt werden. Es müsse ein Regelkatalaog eingeführt werden, der auch für Behörden und Regierungen gelten solle, denn in den USA hätten beispielsweise Schulen und Bibliotheken angefangen, RFID einzusetzen. Auch werde darüber nachgedacht, die Technik in Geldscheinen einzubauen.
Die Wunderwaffe des Handels gegen Diebstahl heißt RFID (Radio Frequency Idenfication). Diese winzigen Funkchips, die in der Regel ohne eigene Stromversorgung eine Kennung aussenden, um Waren in einem Kaufhaus zu identifizieren, können aber auch Verbraucher ausspionieren. Cyberrights-Aktivist padeluun warnt im Telepolis-Interview vor Datendiebstahl und Verlust der Privatsphäre.
Einkaufen im Jahr 2010: "Marion Z. bekommt einen Bußgeldbescheid der Stadt Duisburg. Das Papier eines von ihr gekauften Schoko-Riegels wurde im Ententeich des Stadtparks gefunden. Marion Z. grübelt und kommt darauf, dass sie den Riegel einem Kind beim Martinssingen geschenkt hat. Zähneknirschend zahlt sie 10 Euro Bußgeld." Dieses Szenario entwarf der Bielefelder "Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e. V.", kurz Foebud e. V., anlässlich der Verleihung des BigBrotherAward 2003. Ausgezeichnet wurde der Hightech-Supermarkt der Metro AG.Die RFID-Etiketten, die Nachfolger der Barcodes, können deutlich mehr Informationen tragen und sind zudem noch einfacher auszulesen. Der Handel verspricht sich neben der Diebstahlsicherung auch die Beschleunigung von logistischen Prozessen. Doch Datenschützer haben erhebliche Bedenken, dass Kunden mit Hilfe dieser Chips ausspioniert werden und befürchten Gefahren für Privatsphäre und für Bürgerrechte. "Unternehmen verwenden die geraubten Daten, um mir noch effektiver mit immer weniger Gegenleistung und Vielfalt mein Geld aus der Tasche zu ziehen. Das geht hin bis zur Preisdiskriminierung", so padeluun.
Um den Informationsfluss selbst kontrollieren zu können, müssten Unternehmen ihren Kunden RFID-Lesegeräte zur Verfügung stellen, fordert padeluun weiter und weist daraufhin, dass sein Verein an der Herstellung solcher Lesegeräte arbeitet. Von der Stiftung Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft erhielt Foebud 15.000 Euro zur Realisierung.
Das vollständige Interview mit padeluun auf Telepolis:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/16234/1.html
Bürgerrechtler warnen vor RFID-Technik
Internationale Bürgerrechts- und Verbraucherschutzorganisationen fordern ein Moratorium für Hersteller von RFID-Etiketten und Handelsketten, um Gefahren für die Privatsphäre und für Bürgerrechte begegnen zu können. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehört der Verein FoeBuD, der in Deutschland die Big Brother Awards vergibt. Radio Frequency Identification (RFID) sei eine Warenmarkierungstechnik mit gravierenden gesellschaftlichen Folgen, die bei missbräuchlicher Nutzung bis hin zum Verlust der Käuferanonymität und der Bedrohung bürgerlicher Freiheiten führen könne, heißt es in einem Positionspapier.
Es gebe zwar sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für RFID wie zum Beispiel die Rückverfolgung von Medikamenten, um sicherzustellen, dass diese keine Fälschungen sind; auch könnte die Auffindung von Gegenständen mit toxischen Substanzen auf Mülldeponien erleichtert werden, doch könnten Eigenschaften der Technik den Datenschutz gefähren. So könnten RFID-Etiketten an Gegenständen ohne Kenntnis derer angebracht werden, die die Produkte erwerben. Die Objekte bekämen so einzigartige Identifikationsmerkmale, die zur Errichtung eines globalen Registrierungssystems geeignet seien. Entsprechende Datensammlungen könnten mit Personenidentifikationsdaten zusammengeführt werden. Es wären Bewegungsprofile von Personen möglich, ohne dass diese davon wüssten.
Das Positionspapier versucht die Waage zu halten zwischen akzeptablen wirtschaftlichen Interessen wie der Beobachtung von Waren innerhalb einer Logistikkette und dem Recht des Individuums, nicht weiter verfolgt zu werden. Die unterzeichnenden Organisationen empfehlen daher drei Leitlinien:
Die Technikfolgen von RFID müssten von einer neutralen Instanz abgeschätzt werden. Als Vorbild erwähnt das Papier die ehemalige Abteilung für Technologiebeurteilung des US-Kongress (Congressional Office of Technology Assessment).
Der Einsatz der RFID-Technik müsse von strengen Pinzipien fairer Informationspraxis geleitet sein. So dürfe es keine geheimen Datenbanken geben und es müssten die Zwecke der Etiketten und Lesegeräte angegeben werden.
Händler sollte es verboten sein, Kunden zum Akzeptieren von RFID-Etiketten zu zwingen. Es dürfe kein Verbot geben, nach solchen Etiketten zu suchen und diese funktionsuntüchtig zu machen.
Die Bürgerrechtler und Verbraucherschützer fordern Händler und Hersteller auf, sich auf einen freiwilligen Aufschub beim Einsatz von RFID-Technik zu einigen. An dem anschließenden Beurteilungsprozess sollten alle Interessengruppen inklusive der Verbraucher beteiligt werden. Es müsse ein Regelkatalaog eingeführt werden, der auch für Behörden und Regierungen gelten solle, denn in den USA hätten beispielsweise Schulen und Bibliotheken angefangen, RFID einzusetzen. Auch werde darüber nachgedacht, die Technik in Geldscheinen einzubauen.
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