Kriegsvorbereitungen laufen auf Hochtouren:
Teil dieses „Strike Group“ (Schlaggruppe) genannten Flottenverbandes ist der Kreuzer USS Anzio, der Zerstörer USS Ramage (beide mit Fernlenkraketen ausgerüstet), die USS Mason sowie das schnelle Angriffs-U-Boot Newport News. Insgesamt befinden sich etwa 6.500 Soldaten auf den Schiffen. Der Flugzeugträger trägt die Luftstaffel 7 und die Kampfbomberstaffel 28 und führt Cruise Missiles vom Typ Tomahawk mit sich. Der Flottenverband wird sein Ziel etwa am 21. Oktober erreichen.
Offiziell heißt der Auftrag des Flottenverbandes „Unterstützung der amerikanischen Streitkräfte im Irak.“
Tatsächlich aber ist die Entsendung der Schiffe wohl Teil eines großen Truppenaufmarsches mit dem Ziel, den Iran einzukreisen. Der nächste Schritt in Bushs sogenanntem „Krieg gegen den Terror“, steht auf der Tagesordnung: der Angriff auf den Iran.
In der Titelstory des Time Magazins vom 17. September 2006 mit dem Titel „What would war look like?–Wie würde der Krieg aussehen?“ (1) spekuliert das amerikanische Nachrichtenmagazin über die mögliche Aufgabe des Flottenverbandes. Der Auftrag, so Time, könnte lauten, die Verminung der Straße von Hormus zu verhindern, selbst iranische Militärhäfen zu verminen und sich an einem Angriff auf den Iran zu beteiligen. Die Straße von Hormus ist eine ca. 25 Kilometer große Meerenge im persischen Golf. Etwa 40 % des weltweit gehandelten Öls muss täglich diese Meerenge passieren.
Time schreibt: „...Mit der Entsendung von Minensuchbooten zur Westküste des Iran scheint eine oft diskutierte–aber bis jetzt jedenfalls weitgehend theoretische – Möglichkeit Realität geworden zu sein. Die USA könnten sich auf einen Angriff auf den Iran vorbereiten.“
Wie würde der Krieg gegen den Iran ablaufen?
Das Time-Magazine schreibt: „Ein Beamter des Pentagon sagt, dass unter den bekannten Anlagen etwa 1.500 verschiedene Angriffsziele sind. Das heißt, dass ein Angriff Flugzeuge fast jeden Typs des US Arsenals verlangen würde. Tarnkappenbomber, Tarnkappen-Jagdflugzeuge, B-1 und B-2 Grossbomber, F-15 und F-16 Jagdflugzeuge die vom Land aus starten, sowie F-18 Jagdbomber, die von Flugzeugträgern starten würden verwendet werden. GPS gelenkte Raketen, Bomben mit Laser-Zielfindung, die über Satelliten gesteuert werden und unbemannte Spionageflugzeuge würden den Großteil der bunkerbrechenden Arbeit leisten. Aber da die Ziele unter gehärtetem meterdickem Stahlbeton liegen, müssten sie wieder und wieder getroffen werden um sicherzustellen, dass sie ausreichend zerstört würden.
... US U-Boote und Schiffe könnten Cruise Missiles abfeuern. ... Eine Operation dieser Größenordnung kann kaum chirurgisch genannt werden. Viele Anlagen befinden sich in bewohnten Gebieten, sodass zivile Opfer mit Sicherheit zu beklagen sein werden. ...
US – Offizielle glauben, dass ein tagelanger Bombenangriff mit hunderten oder sogar tausenden Einsätzen das iranische Atomprogramm um zwei oder drei Jahre zurückwerfen könnte. ...
Einige amerikanische Feinde des iranischen Regimes glauben, dass die Legitimitätskrise, in die der herrschende Klerus bei einem Angriff geraten würde, deren Sturz auslösen könnte. Andere sind aber der Überzeugung, dass ein Angriff die Bevölkerung mit der Regierung in einem anti-amerikanischen Wutanfall vereinen würde.“
Mit einem leichten Waffengang rechnen die amerikanischen Militärstrategen also nicht. Das Time-Magazin bereitet seine Leser schon einmal auf einen großen Krieg mit vielen zivilen Opfern vor. Was die Zeitschrift aber nicht erwähnt ist, dass Bush schon wiederholt den Einsatz von Nuklearwaffen angedroht hat und die Möglichkeit zu einem atomaren Erstschlag auch Teil der US-Militärdoktrin ist. Der Iran ist anders als Afghanistan oder der Irak ein technisch und militärisch modern ausgerüstet. Bei starker Gegenwehr des Iran ist die Gefahr, dass die USA einen atomaren Angriff durchführen nicht ausgeschlossen. Schon forderte die kanadische Tageszeitung "Toronto Sun" ganz offen den atomaren Angriff auf den Iran: „We should nuke iran: Wir sollten den Iran nuklear angreifen.“ (2)
Wie würde die Gegenwehr des Iran aussehen?
Eine starke Gegenwehr des Iran wird jedenfalls erwartet. Das Time-Magazin schreibt zum Thema „Was würde auf den Angriff folgen?“:
„ ... Niemand, der sich mit einem möglichen Angriff auf den Iran beschäftigt hat, zweifelt daran, dass eine US-Operation einen Wirbelwind hervorrufen würde. Die einzige Frage ist, wie dieser aussehen wird. „Es geht nicht um die Frage, ob wir zuschlagen können oder ob ein solcher Schlag effektiv sein wird oder nicht“, sagt der pensionierte Marinegeneral Anthony Zinni. „ Teilweise wäre ein solcher Schlag sicherlich effektiv. Aber ist man darauf vorbereitet, was dann geschieht?“ ... Der US-Angriff – egal wie erfolgreich er ist–löst eine Vielzahl von asymmetrischen Gegenschlägen durch Teheran aus. Irans erste Antwort könnte die Genehmigung an die Hisbollah sein, Israel anzugreifen. Hingrund wäre die Hoffnung auch Israel in den Krieg miteinzubeziehen, um dadurch Zuhause öffentliche Unterstützung zu bekommen. Als nächstes könnte der Iran versuchen, so viel Chaos wie möglich in den benachbarten Ländern Irak und Afghanistan hervorzurufen. In diesen Ländern sind mehr als 160.000 US-Soldaten im Einsatz. ... Analysten glauben, dass der Iran innerhalb kürzester Zeit einen dramatischen Zuwachs von Angriffen auf US-Truppen im Irak dirigieren könnte. Wie der shiitische Geistliche und Parlamentsabgeordnete Syed Ayad sagte: „Amerika besitzt den Himmel des Irak mit ihren Apaches, der Iran besitzt aber den Boden.“ ...
Als nächstes geht es ums Öl. Der Persische Golf ... würde zum Stillstand kommen. Iran könnte Minen plazieren und Dutzende bewaffnete Boote an die Meerenge schicken, so die Straße von Hormus strangulieren und eine massive Störung des Öl-Tanker Verkehrs hervorrufen. Eine kleinere Minenoperation durch den Iran im Jahre 1987 zwang die USA dazu, kuwaitische Tanker umzuflaggen und jeden Tanker einzeln im persischen Golf zu eskortieren. Eine größere Verminung würde die Ölpreise wahrscheinlich schnellstens auf bis zu 100 Dollar pro Barrel hochschießen lassen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Iran die eigenen Ölförderungen einstellen wird oder seine Pipelines schließen würde. Aber es könnte seine Stellvertreter im Irak und in Saudi Arabien [!] anweisen, dort Pipelines zu sprengen, sowie Ölquellen und Tanker anzugreifen, was wiederum die Ölzufuhr einschränken würde und die Preise steigen lassen würde.“
Der deutsche Aufmarsch im Mittelmeer
Doch der drohende Krieg würde ganz sicher auch die Hisbollah, den ganzen Libanon und auch Syrien mitreißen. Den Zusammenhang zum anderen großen Aufmarschgebiet – das östliche Mittelmeer – stellt das Time-Magazin nicht her. Aber es ist wichtig, dass wir Linken diesen Zusammenhang schon jetzt erkennen. Im östlichen Mittelmeer formiert sich nämlich unter deutscher Führung eine schlagkräftige maritime Truppe unter Beteiligung von Frankreich, Dänemark, Norwegen, der Türkei und der Niederlande.
Allein der deutsche Flottenverband, der am 4.10.2006 im Basishafen in Limassol auf Zypern anlegte, besteht aus insgesamt 8 Schiffen. Die Fregatte Mecklenburg-Vorpommern hat die Führungsrolle und wird begleitet von der Fregatte Karlsruhe, von den vier Schnellbooten Dachs, Hyäne, Nerz und Ozelot, dem Nachschubschiff Frankfurt am Main (mit Logistikzentrum und Krankenhaus) sowie dem Tender Donau. Insgesamt werden bis zu 2.400 Marinesoldaten auf den Schiffen sein. Die Fregatten führen Hubschrauber an Bord und sind mit 76 mm Geschützen als auch Excocet Lenk-Flugraketen bewaffnet.
Der Aufmarsch im Mittelmeer wird mit der UN-Resolution 1701 gerechtfertigt. Nach einer friedlichen Mission sieht dieser riesige Truppenaufmarsch aber nicht im geringsten aus. Offiziell heißt es, man solle die Gewässer vor Libanon sichern. Tatsächlich aber sollen die Truppen wohl den Angriff der USA von Südwesten aus unterstützen, Israel verteidigen helfen und den amerikanischen Verbündeten den Rücken freihalten.
Bleibt der Krieg auf den Iran begrenzt oder reißt er die ganze Welt in den Krieg?
Die Dimensionen und die Eigendynamik eines US-Angriffs auf den Iran sind kaum zu unterschätzen. Unweigerlich werden der Irak und Afghanistan–zusätzlich zu den derzeitigen Gefechten–in die verstärkten Kriegshandlungen gerissen. Es kann auch als sicher gelten, dass Deutschland, Kanada, Syrien, Libanon, Israel, Dänemark, Großbritannien, Norwegen, die Niederlande und die Türkei in einen solchen Krieg eingreifen werden.
Das sind erschreckend viele Länder, die sich an diesem Krieg beteiligen werden. Doch dieser Krieg droht, die gesamte Region mit den Großmächten China und Russland mitzureißen.
Russland aber insbesondere auch China haben wesentliche wirtschaftliche und strategische Interessen in der zentralasiatischen Region. Mit dem Iran pflegen beide Länder wirtschaftliche und auch militärische Beziehungen. Besonders China ist auf die iranischen Öllieferungen angewiesen, um seinen kräftigen Aufschwung weiter anheizen zu können. Die Frage ist, ob China sich eine weitere seiner Tankstellen von den USA klauen lassen wird.
Wirtschaftlich wird China mit seinen großen Wachstumsraten in wenigen Jahren die USA überholt haben. Die USA suchen auf verschiedene Arten die Konfrontation mit dem Konkurrenten. Am dramatischsten tobt diese Konkurrenz auf dem Ölmarkt. Wer die Kontrolle über Öl hat, wer die Kontrolle über viel oder sogar das meiste Öl hat, kann seinen Konkurrenten erpressen und seine Atomraketen, Panzer und Bomber betanken.
Amerikas Strategie ist es, sich so viel Öl und Ölländer unter den Nagel zu reißen um genau diese Taktik durchzuführen.
Aber nicht nur das iranische Öl ist von größtem Interesse für Washington, Peking und Moskau. Besonders die riesigen noch wenig angezapften Ölfelder im Kaspischen Meer waren in den letzten Jahren immer wieder Anlass zu erbitterter Konkurrenz.
Die Möglichkeit besteht, dass die Welt in einen allgemeinen Krieg hineingerissen wird.
Schon jetzt proben die Konkurrenten die Gegenwehr.
Große Russische und Chinesische Manöver
Die Grossmächte haben über der Frage des Öls einen direkten unüberbrückbaren Interessenkonflikt. Aus diesem Grunde führen Washingtons Konkurrenten führen seit Ende August verschiedenste Manöver durch. Natürlich hat sich der Iran schon mit verschiedenen Manövern auf einen Angriff vorbereitet, doch auch die anderen Länder proben den Krieg mit den verschiedensten nationalen Partnern:
August: Russland mit Kasachstan, Kigisien und Tadjikistan; China mit Kasachstan.
Ende September China mit Tadjikistan.
Anfang Oktober Russland mit Kirgisien.
Natürlich ist sowohl der mögliche Atombombentest Nordkoreas als auch die zunehmende – noch – diplomatische Konfrontation zwischen Georgien und Russland aus dem Blickwinkel einer möglichen Eskalation zu betrachten.
Wir betonten stets, dass auch der Krieg Israels gegen den Libanon und die Hisbollah als Vorspiel zu einem Angriff der USA auf den Iran einzuschätzen ist.
Murat Kunatz
Recht viele Menschen glauben zur Zeit noch, dass der Westen einen gerechten Krieg für Demokratie und gegen den Terror führt. Es werden aber immer mehr, die den Herrschenden diese Lügen nicht mehr glauben. Besonders in Großbritannien bricht das Lügengebäude Stockwerk für Stockwerk in sich zusammen. Liest man über die Erfahrungen von Murat Kunatz, der Jahre in Guantanamo verbracht hat, wird klar ersichtlich, dass es in diesen Kriegen nicht um Gerechtigkeit geht. Kunatz ist so gut wie nichts erspart geblieben. Das alles gehört zum Repertoire der US-Schergen und ihrer deutschen Erfüllungsgehilfen: Folter mit Hitze, Kälte, Schlafentzug, Schläge, Tritte, Sprünge auf den Körper, Elektroschocks, kalte Duschen, verrenkende Hängungen über längere Zeit, Isolationshaft, Verrenkungen der Glieder, Aussetzen der offenen Witterung und der Tierwelt wie Ratten, Skorpionen und Schlangen, religiöse Erniedrigungen wie Bartrasur und Verhöhnung des Koran sowie sexuelle Demütigungen.
Wir werden schnell und einig handeln müssen, um diesem Krieg etwas entgegenzusetzen.
Nicht der Islam bedroht den Frieden auf der Welt!
Der Westen unter der Führung der USA bedroht den Weltfrieden!
Der Frieden zwischen den Kulturen ist möglich!
Arbeit für Millionen statt Milliarden für den Krieg!
(1)
http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1535817,00.html
(2)
http://www.torontosun.com/News/Columnists/Coren_Michael/2006/09/02/1795183.html
von Francis Byrne
Der Persische Golf und das östliche Mittelmeer sind das maritime Aufmarschgebiet der westlichen Truppen
US-Flottenverband Richtung Persischer Golf ausgelaufen
Teil dieses „Strike Group“ (Schlaggruppe) genannten Flottenverbandes ist der Kreuzer USS Anzio, der Zerstörer USS Ramage (beide mit Fernlenkraketen ausgerüstet), die USS Mason sowie das schnelle Angriffs-U-Boot Newport News. Insgesamt befinden sich etwa 6.500 Soldaten auf den Schiffen. Der Flugzeugträger trägt die Luftstaffel 7 und die Kampfbomberstaffel 28 und führt Cruise Missiles vom Typ Tomahawk mit sich. Der Flottenverband wird sein Ziel etwa am 21. Oktober erreichen.
Offiziell heißt der Auftrag des Flottenverbandes „Unterstützung der amerikanischen Streitkräfte im Irak.“
Tatsächlich aber ist die Entsendung der Schiffe wohl Teil eines großen Truppenaufmarsches mit dem Ziel, den Iran einzukreisen. Der nächste Schritt in Bushs sogenanntem „Krieg gegen den Terror“, steht auf der Tagesordnung: der Angriff auf den Iran.
In der Titelstory des Time Magazins vom 17. September 2006 mit dem Titel „What would war look like?–Wie würde der Krieg aussehen?“ (1) spekuliert das amerikanische Nachrichtenmagazin über die mögliche Aufgabe des Flottenverbandes. Der Auftrag, so Time, könnte lauten, die Verminung der Straße von Hormus zu verhindern, selbst iranische Militärhäfen zu verminen und sich an einem Angriff auf den Iran zu beteiligen. Die Straße von Hormus ist eine ca. 25 Kilometer große Meerenge im persischen Golf. Etwa 40 % des weltweit gehandelten Öls muss täglich diese Meerenge passieren.
Time schreibt: „...Mit der Entsendung von Minensuchbooten zur Westküste des Iran scheint eine oft diskutierte–aber bis jetzt jedenfalls weitgehend theoretische – Möglichkeit Realität geworden zu sein. Die USA könnten sich auf einen Angriff auf den Iran vorbereiten.“
Wie würde der Krieg gegen den Iran ablaufen?
Das Time-Magazine schreibt: „Ein Beamter des Pentagon sagt, dass unter den bekannten Anlagen etwa 1.500 verschiedene Angriffsziele sind. Das heißt, dass ein Angriff Flugzeuge fast jeden Typs des US Arsenals verlangen würde. Tarnkappenbomber, Tarnkappen-Jagdflugzeuge, B-1 und B-2 Grossbomber, F-15 und F-16 Jagdflugzeuge die vom Land aus starten, sowie F-18 Jagdbomber, die von Flugzeugträgern starten würden verwendet werden. GPS gelenkte Raketen, Bomben mit Laser-Zielfindung, die über Satelliten gesteuert werden und unbemannte Spionageflugzeuge würden den Großteil der bunkerbrechenden Arbeit leisten. Aber da die Ziele unter gehärtetem meterdickem Stahlbeton liegen, müssten sie wieder und wieder getroffen werden um sicherzustellen, dass sie ausreichend zerstört würden.
... US U-Boote und Schiffe könnten Cruise Missiles abfeuern. ... Eine Operation dieser Größenordnung kann kaum chirurgisch genannt werden. Viele Anlagen befinden sich in bewohnten Gebieten, sodass zivile Opfer mit Sicherheit zu beklagen sein werden. ...
US – Offizielle glauben, dass ein tagelanger Bombenangriff mit hunderten oder sogar tausenden Einsätzen das iranische Atomprogramm um zwei oder drei Jahre zurückwerfen könnte. ...
Einige amerikanische Feinde des iranischen Regimes glauben, dass die Legitimitätskrise, in die der herrschende Klerus bei einem Angriff geraten würde, deren Sturz auslösen könnte. Andere sind aber der Überzeugung, dass ein Angriff die Bevölkerung mit der Regierung in einem anti-amerikanischen Wutanfall vereinen würde.“
Mit einem leichten Waffengang rechnen die amerikanischen Militärstrategen also nicht. Das Time-Magazin bereitet seine Leser schon einmal auf einen großen Krieg mit vielen zivilen Opfern vor. Was die Zeitschrift aber nicht erwähnt ist, dass Bush schon wiederholt den Einsatz von Nuklearwaffen angedroht hat und die Möglichkeit zu einem atomaren Erstschlag auch Teil der US-Militärdoktrin ist. Der Iran ist anders als Afghanistan oder der Irak ein technisch und militärisch modern ausgerüstet. Bei starker Gegenwehr des Iran ist die Gefahr, dass die USA einen atomaren Angriff durchführen nicht ausgeschlossen. Schon forderte die kanadische Tageszeitung "Toronto Sun" ganz offen den atomaren Angriff auf den Iran: „We should nuke iran: Wir sollten den Iran nuklear angreifen.“ (2)
Wie würde die Gegenwehr des Iran aussehen?
Eine starke Gegenwehr des Iran wird jedenfalls erwartet. Das Time-Magazin schreibt zum Thema „Was würde auf den Angriff folgen?“:
„ ... Niemand, der sich mit einem möglichen Angriff auf den Iran beschäftigt hat, zweifelt daran, dass eine US-Operation einen Wirbelwind hervorrufen würde. Die einzige Frage ist, wie dieser aussehen wird. „Es geht nicht um die Frage, ob wir zuschlagen können oder ob ein solcher Schlag effektiv sein wird oder nicht“, sagt der pensionierte Marinegeneral Anthony Zinni. „ Teilweise wäre ein solcher Schlag sicherlich effektiv. Aber ist man darauf vorbereitet, was dann geschieht?“ ... Der US-Angriff – egal wie erfolgreich er ist–löst eine Vielzahl von asymmetrischen Gegenschlägen durch Teheran aus. Irans erste Antwort könnte die Genehmigung an die Hisbollah sein, Israel anzugreifen. Hingrund wäre die Hoffnung auch Israel in den Krieg miteinzubeziehen, um dadurch Zuhause öffentliche Unterstützung zu bekommen. Als nächstes könnte der Iran versuchen, so viel Chaos wie möglich in den benachbarten Ländern Irak und Afghanistan hervorzurufen. In diesen Ländern sind mehr als 160.000 US-Soldaten im Einsatz. ... Analysten glauben, dass der Iran innerhalb kürzester Zeit einen dramatischen Zuwachs von Angriffen auf US-Truppen im Irak dirigieren könnte. Wie der shiitische Geistliche und Parlamentsabgeordnete Syed Ayad sagte: „Amerika besitzt den Himmel des Irak mit ihren Apaches, der Iran besitzt aber den Boden.“ ...
Als nächstes geht es ums Öl. Der Persische Golf ... würde zum Stillstand kommen. Iran könnte Minen plazieren und Dutzende bewaffnete Boote an die Meerenge schicken, so die Straße von Hormus strangulieren und eine massive Störung des Öl-Tanker Verkehrs hervorrufen. Eine kleinere Minenoperation durch den Iran im Jahre 1987 zwang die USA dazu, kuwaitische Tanker umzuflaggen und jeden Tanker einzeln im persischen Golf zu eskortieren. Eine größere Verminung würde die Ölpreise wahrscheinlich schnellstens auf bis zu 100 Dollar pro Barrel hochschießen lassen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Iran die eigenen Ölförderungen einstellen wird oder seine Pipelines schließen würde. Aber es könnte seine Stellvertreter im Irak und in Saudi Arabien [!] anweisen, dort Pipelines zu sprengen, sowie Ölquellen und Tanker anzugreifen, was wiederum die Ölzufuhr einschränken würde und die Preise steigen lassen würde.“
Der deutsche Aufmarsch im Mittelmeer
Doch der drohende Krieg würde ganz sicher auch die Hisbollah, den ganzen Libanon und auch Syrien mitreißen. Den Zusammenhang zum anderen großen Aufmarschgebiet – das östliche Mittelmeer – stellt das Time-Magazin nicht her. Aber es ist wichtig, dass wir Linken diesen Zusammenhang schon jetzt erkennen. Im östlichen Mittelmeer formiert sich nämlich unter deutscher Führung eine schlagkräftige maritime Truppe unter Beteiligung von Frankreich, Dänemark, Norwegen, der Türkei und der Niederlande.
Allein der deutsche Flottenverband, der am 4.10.2006 im Basishafen in Limassol auf Zypern anlegte, besteht aus insgesamt 8 Schiffen. Die Fregatte Mecklenburg-Vorpommern hat die Führungsrolle und wird begleitet von der Fregatte Karlsruhe, von den vier Schnellbooten Dachs, Hyäne, Nerz und Ozelot, dem Nachschubschiff Frankfurt am Main (mit Logistikzentrum und Krankenhaus) sowie dem Tender Donau. Insgesamt werden bis zu 2.400 Marinesoldaten auf den Schiffen sein. Die Fregatten führen Hubschrauber an Bord und sind mit 76 mm Geschützen als auch Excocet Lenk-Flugraketen bewaffnet.
Der Aufmarsch im Mittelmeer wird mit der UN-Resolution 1701 gerechtfertigt. Nach einer friedlichen Mission sieht dieser riesige Truppenaufmarsch aber nicht im geringsten aus. Offiziell heißt es, man solle die Gewässer vor Libanon sichern. Tatsächlich aber sollen die Truppen wohl den Angriff der USA von Südwesten aus unterstützen, Israel verteidigen helfen und den amerikanischen Verbündeten den Rücken freihalten.
Bleibt der Krieg auf den Iran begrenzt oder reißt er die ganze Welt in den Krieg?
Die Dimensionen und die Eigendynamik eines US-Angriffs auf den Iran sind kaum zu unterschätzen. Unweigerlich werden der Irak und Afghanistan–zusätzlich zu den derzeitigen Gefechten–in die verstärkten Kriegshandlungen gerissen. Es kann auch als sicher gelten, dass Deutschland, Kanada, Syrien, Libanon, Israel, Dänemark, Großbritannien, Norwegen, die Niederlande und die Türkei in einen solchen Krieg eingreifen werden.
Das sind erschreckend viele Länder, die sich an diesem Krieg beteiligen werden. Doch dieser Krieg droht, die gesamte Region mit den Großmächten China und Russland mitzureißen.
Russland aber insbesondere auch China haben wesentliche wirtschaftliche und strategische Interessen in der zentralasiatischen Region. Mit dem Iran pflegen beide Länder wirtschaftliche und auch militärische Beziehungen. Besonders China ist auf die iranischen Öllieferungen angewiesen, um seinen kräftigen Aufschwung weiter anheizen zu können. Die Frage ist, ob China sich eine weitere seiner Tankstellen von den USA klauen lassen wird.
Wirtschaftlich wird China mit seinen großen Wachstumsraten in wenigen Jahren die USA überholt haben. Die USA suchen auf verschiedene Arten die Konfrontation mit dem Konkurrenten. Am dramatischsten tobt diese Konkurrenz auf dem Ölmarkt. Wer die Kontrolle über Öl hat, wer die Kontrolle über viel oder sogar das meiste Öl hat, kann seinen Konkurrenten erpressen und seine Atomraketen, Panzer und Bomber betanken.
Amerikas Strategie ist es, sich so viel Öl und Ölländer unter den Nagel zu reißen um genau diese Taktik durchzuführen.
Aber nicht nur das iranische Öl ist von größtem Interesse für Washington, Peking und Moskau. Besonders die riesigen noch wenig angezapften Ölfelder im Kaspischen Meer waren in den letzten Jahren immer wieder Anlass zu erbitterter Konkurrenz.
Die Möglichkeit besteht, dass die Welt in einen allgemeinen Krieg hineingerissen wird.
Schon jetzt proben die Konkurrenten die Gegenwehr.
Große Russische und Chinesische Manöver
Die Grossmächte haben über der Frage des Öls einen direkten unüberbrückbaren Interessenkonflikt. Aus diesem Grunde führen Washingtons Konkurrenten führen seit Ende August verschiedenste Manöver durch. Natürlich hat sich der Iran schon mit verschiedenen Manövern auf einen Angriff vorbereitet, doch auch die anderen Länder proben den Krieg mit den verschiedensten nationalen Partnern:
August: Russland mit Kasachstan, Kigisien und Tadjikistan; China mit Kasachstan.
Ende September China mit Tadjikistan.
Anfang Oktober Russland mit Kirgisien.
Natürlich ist sowohl der mögliche Atombombentest Nordkoreas als auch die zunehmende – noch – diplomatische Konfrontation zwischen Georgien und Russland aus dem Blickwinkel einer möglichen Eskalation zu betrachten.
Wir betonten stets, dass auch der Krieg Israels gegen den Libanon und die Hisbollah als Vorspiel zu einem Angriff der USA auf den Iran einzuschätzen ist.
Murat Kunatz
Recht viele Menschen glauben zur Zeit noch, dass der Westen einen gerechten Krieg für Demokratie und gegen den Terror führt. Es werden aber immer mehr, die den Herrschenden diese Lügen nicht mehr glauben. Besonders in Großbritannien bricht das Lügengebäude Stockwerk für Stockwerk in sich zusammen. Liest man über die Erfahrungen von Murat Kunatz, der Jahre in Guantanamo verbracht hat, wird klar ersichtlich, dass es in diesen Kriegen nicht um Gerechtigkeit geht. Kunatz ist so gut wie nichts erspart geblieben. Das alles gehört zum Repertoire der US-Schergen und ihrer deutschen Erfüllungsgehilfen: Folter mit Hitze, Kälte, Schlafentzug, Schläge, Tritte, Sprünge auf den Körper, Elektroschocks, kalte Duschen, verrenkende Hängungen über längere Zeit, Isolationshaft, Verrenkungen der Glieder, Aussetzen der offenen Witterung und der Tierwelt wie Ratten, Skorpionen und Schlangen, religiöse Erniedrigungen wie Bartrasur und Verhöhnung des Koran sowie sexuelle Demütigungen.
Wir werden schnell und einig handeln müssen, um diesem Krieg etwas entgegenzusetzen.
Nicht der Islam bedroht den Frieden auf der Welt!
Der Westen unter der Führung der USA bedroht den Weltfrieden!
Der Frieden zwischen den Kulturen ist möglich!
Arbeit für Millionen statt Milliarden für den Krieg!
(1)
http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1535817,00.html
(2)
http://www.torontosun.com/News/Columnists/Coren_Michael/2006/09/02/1795183.html
von Francis Byrne
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