Linke Stadtguerilla spielt Rechten zu:
Binnen weniger Monate sind gleich mehrere bewaffnete Gruppen auf der Bildfläche erschienen. Erst in der vergangenen Woche stellte sich eine »Revolutionäre Bewegung Carapaica« (MRC) vor. Ihr Auftreten ist martialisch. In Militärkleidung und schwerer Bewaffnung präsentierten sich die Männer am vergangenen Sonntag erstmals der Presse. Sturmhauben und Sonnenbrillen verbargen ihre Identität. In dem traditionell linken Armenviertel von Caracas »23. Januar« lud die MRC Pressevertreter ein, um über die Motive ihrer Gruppe zu berichten. Die MRC nennt sich marxistisch und ist nach Angaben ihres Sprechers bereit, »die Feinde der Bolivarianischen Revolution von Präsident Hugo Chávez« zu bekämpfen. Zur Regierung bestünden jedoch keine Kontakte. Zwei Tage zuvor hatte die MRC während Zusammenstößen zwischen der Hauptstadtpolizei und Chávez-treuen Demonstranten das Feuer auf die Polizisten eröffnet. Dabei wurden neun Personen verletzt.
Neue Munition lieferte der Auftritt vor allem der Opposition. Die Oppositionsparteien »Acción Democrática« und »Primero Justicia« beschuldigten die Regierung der Unterstützung für die »Stadtguerilla« und schlossen nicht aus, daß Mitglieder der regulären Streitkräfte an ihrer Ausbildung beteiligt waren.
Seit dem gescheiterten Putsch erlebt Venezuela geradezu eine Welle von Gründungen bewaffneter Gruppen. Vor gut einen Monat erst rief eine rechte Miliz mit dem Titel »Vereinigte Selbstverteidigungsgruppen Venezuelas« (AUV) zum Kampf gegen die Regierung auf. Auch Präsident Chávez sei in diesem Kampf als militärisches Ziel eingestuft. Dem Auftritt der AUV, die über gute Verbindungen zu kolumbianischen Paramilitärs verfügen, folgte prompt die Gründung einer linken »Bolivarianischen Befreiungsbewegung«. Zudem gelangte ein Video regierungsfeindlicher Militärs an die Öffentlichkeit. Sie nennen sich »Comacates«, wollen über »2200 bewaffnete Männer« verfügen und »einschreiten, wenn die Situation das erfordert«. Am Donnerstag verlangte sie von der Regierung, gegen die MRC-Gruppe vorzugehen. »Wir werden Chávez nicht erlauben, aus Venezuela ein zweites Kolumbien zu machen«, heißt es in einer Erklärung, die der oppositionellen Tageszeitung El Nacional zugespielt wurde
Nachdem die Regierung von Chávez zunächst betont gelassen auf die Veröffentlichungen reagierte, gerät sie in Anbetracht der bewaffneten Auseinandersetzungen in Zugzwang. Vor der Nationalversammlung beschuldigte eine Abgeordnete der regierenden »Bewegung Fünfte Republik« die oppositionelle Solidaritätspartei, hinter der neuen vermeintlich linken Gruppe MRC zu stehen. »Ich glaube, daß sie von der Partei die Fotos verschiedener Abgeordneter zugespielt bekommen haben, um die Bevölkerung zu verunsichern«, sagte die Parlamentarierin Iris Varela. Sowohl Präsident Chávez als auch Vizepräsident José Vicente Rangel erklärten, die Regierung verfüge weder über Verbindungen zu der Gruppe. »Wir sind nicht auf die Hilfe bewaffneter Banden angewiesen«, so Chávez.
Gründungswelle bewaffneter Gruppen in Venezuela. Regierung dementiert Verbindungen
Der Oberste Gerichtshof von Venezuela hat die Entscheidung über die Schuld vier ranghoher Militärs am rechten Putsch gegen die Regierung von Präsident Hugo Chávez am Donnerstag nachmittag erneut vertagt. Zeitgleich kam es in der Hauptstadt Caracas zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Hauptstadtpolizei, die dem regierungsfeindlichen Oberbürgermeister Alfredo Peña untersteht. Seit die Gegner der sozialen Reformen in Venezuela nach dem gescheiterten Putsch Mitte April in die Defensive geraten sind, hat die politisch motivierte Gewalt massiv zugenommen.Binnen weniger Monate sind gleich mehrere bewaffnete Gruppen auf der Bildfläche erschienen. Erst in der vergangenen Woche stellte sich eine »Revolutionäre Bewegung Carapaica« (MRC) vor. Ihr Auftreten ist martialisch. In Militärkleidung und schwerer Bewaffnung präsentierten sich die Männer am vergangenen Sonntag erstmals der Presse. Sturmhauben und Sonnenbrillen verbargen ihre Identität. In dem traditionell linken Armenviertel von Caracas »23. Januar« lud die MRC Pressevertreter ein, um über die Motive ihrer Gruppe zu berichten. Die MRC nennt sich marxistisch und ist nach Angaben ihres Sprechers bereit, »die Feinde der Bolivarianischen Revolution von Präsident Hugo Chávez« zu bekämpfen. Zur Regierung bestünden jedoch keine Kontakte. Zwei Tage zuvor hatte die MRC während Zusammenstößen zwischen der Hauptstadtpolizei und Chávez-treuen Demonstranten das Feuer auf die Polizisten eröffnet. Dabei wurden neun Personen verletzt.
Neue Munition lieferte der Auftritt vor allem der Opposition. Die Oppositionsparteien »Acción Democrática« und »Primero Justicia« beschuldigten die Regierung der Unterstützung für die »Stadtguerilla« und schlossen nicht aus, daß Mitglieder der regulären Streitkräfte an ihrer Ausbildung beteiligt waren.
Seit dem gescheiterten Putsch erlebt Venezuela geradezu eine Welle von Gründungen bewaffneter Gruppen. Vor gut einen Monat erst rief eine rechte Miliz mit dem Titel »Vereinigte Selbstverteidigungsgruppen Venezuelas« (AUV) zum Kampf gegen die Regierung auf. Auch Präsident Chávez sei in diesem Kampf als militärisches Ziel eingestuft. Dem Auftritt der AUV, die über gute Verbindungen zu kolumbianischen Paramilitärs verfügen, folgte prompt die Gründung einer linken »Bolivarianischen Befreiungsbewegung«. Zudem gelangte ein Video regierungsfeindlicher Militärs an die Öffentlichkeit. Sie nennen sich »Comacates«, wollen über »2200 bewaffnete Männer« verfügen und »einschreiten, wenn die Situation das erfordert«. Am Donnerstag verlangte sie von der Regierung, gegen die MRC-Gruppe vorzugehen. »Wir werden Chávez nicht erlauben, aus Venezuela ein zweites Kolumbien zu machen«, heißt es in einer Erklärung, die der oppositionellen Tageszeitung El Nacional zugespielt wurde
Nachdem die Regierung von Chávez zunächst betont gelassen auf die Veröffentlichungen reagierte, gerät sie in Anbetracht der bewaffneten Auseinandersetzungen in Zugzwang. Vor der Nationalversammlung beschuldigte eine Abgeordnete der regierenden »Bewegung Fünfte Republik« die oppositionelle Solidaritätspartei, hinter der neuen vermeintlich linken Gruppe MRC zu stehen. »Ich glaube, daß sie von der Partei die Fotos verschiedener Abgeordneter zugespielt bekommen haben, um die Bevölkerung zu verunsichern«, sagte die Parlamentarierin Iris Varela. Sowohl Präsident Chávez als auch Vizepräsident José Vicente Rangel erklärten, die Regierung verfüge weder über Verbindungen zu der Gruppe. »Wir sind nicht auf die Hilfe bewaffneter Banden angewiesen«, so Chávez.
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