Die Situation eines Kindes in Deutschland:
ich bin eine Mutter mit 2 Söhnen. Seit Jahren bemühen wir uns einen dieser Söhne durch die Schule und durch eine Ausbildung zu bekommen. Dieses Kind kam mit einer Steißlage auf die Welt und hatte stets Probleme bei seiner Entwicklung. Trotz jährlicher Besuche bei Ärzten und Psychologen und zahlreicher Besuche in der Schule aufgrund schlechter Leistungen, war keiner in der Lage festzustellen, dass dieses Kind eine allgemeine Lernschwäche aufweist. Mein Sohn war bereits 15 Jahre alt, als in der Reha Landstuhl endlich diese Lernschwäche diagnostiziert wurde. Leider ist nun keine Therapie mehr möglich, wurde uns gesagt, kurz und gut, wir müssen mal wieder selbst damit zurechtkommen.
Er hat nun in einem Schulzentrum das Berufsvorbereitungsjahr absolviert, seine Noten sind sogar etwas besser geworden, aber wir wissen, dass er stets Schwierigkeiten haben wird, mit normalem Lernvermögen Schritt zu halten. Am Ende dieser Schulzeit wurde uns mitgeteilt, dass er für das 2 Berufsvorbereitungsjahr und den damit verbundenen Hauptschulabschluss nicht in Frage kommt. Nach all diesen Rückschlägen ist mein Sohn immer noch bereit, sein Bestes zu geben und eine Ausbildung durchzuziehen. Es ist für ihn psychisch eine Belastung, immer einer der Letzten in der Schule zu sein und trotz dessen hat er nicht aufgegeben, wurde nicht kriminell oder sonstige Dinge, die man von der heutigen Jugend ja immer wieder hören kann.
So weit zur Vorgeschichte. Wir haben uns darauf hin an das hiesige Arbeitsamt gewandt, damit wir eine Lehrstelle für ihn bekommen. Wenn diese auf Grund der Sachlage einen Zuschuss genehmigen, ist es durchaus möglich, für meinen Sohn eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Wir selbst haben uns um diese bemüht und wären in der Lage ihm 2 Ausbildungsstellen anzubieten. Seit 6 Wochen warten wir nun auf diesen Termin beim Arbeitsamt. Trotz mehrmaliger Anrufe bekommen wir nur die Auskunft, der entsprechende Herr ist momentan nicht da, so wie er wieder auf der Arbeit ist, bekämen wir einen Termin. Die Ausbildungen fangen jetzt an, wir haben immer noch keinen Termin, nur die Anfrage, warum wir nicht früher gekommen sind. (6 Wochen sind ja auch kein Zeitraum, in dem das Arbeitsamt reagieren kann!!) Leider war uns dies erst möglich, als das Zeugnis aus der Schule vorlag und wir wussten, dass er das zweite Jahr nicht machen kann.
Nun frage ich mich, wenn ein Arbeitnehmer in Urlaub geht oder krank wird, ist es dann nicht der Normalfall, dass jemand diesen vertritt. Auf unseren Arbeitsämtern anscheinend nicht.
Ich verfolge seit einiger Zeit die Diskussionen um eine Restrukturierung der Arbeitsämter und kann dazu nur sagen, dass es wie überall in unserem Staat zugeht.: Viel Gerede, viel Stimmungsmache, aber um Gottes Willen keine Taten.
Wir waren stets bemüht, das Beste aus dieser Situation zu machen, aber diesmal überfällt mich der Zorn. Kann es denn sein, dass dieses Kind absichtlich und mit Vorbehalt ausgegrenzt wird, aufgrund schlechter Leistungen? In der Schule, bereits im Kindergarten wurden Kinder aus anderen Ländern gefördert, für die Leistungsschwachen aus Deutschland gab es dies nicht! Weil ich für meine Kinder da war und nicht arbeiten gegangen bin, kam keine Ganztagsschule in Betracht, wir wurden abgelehnt.
Und nun zum guten Schluss ist es nicht möglich, einmal in seinem Leben Hilfe zu bekommen in Form eines läppischen Termins auf unserem Arbeitsamt? Wieder ein verlorenes Jahr, weil ein Berater Urlaub hatte, oder krank war? Unser Arbeitsamt ist so riesig, dass man sich darin verlaufen kann, jede Menge Mitarbeiter und keine Vertetung? Es ist absolut lächerlich, so etwas zu glauben. Hätten wir ?Bekannte? an der richtigen Stellen, ich glaube, das wäre nicht passiert.
Diesmal werde ich nicht die Situation einfach hinnehmen, ich werde die Öffentlichkeit suchen, vielleicht wird auch das nichts helfen, aber ich habe es wenigstens probiert, für mein Kind und sein Durchhaltevermögen!!!
Ich werde diesen Brief an alle Zeitungsverlage, die mir bekannt sind senden, an alle Politiker, die für diese Zustände verantwortlich sind und ich werde ihn im Internet veröffentlichen. Der Lebenslauf meines Kindes ist beispielhaft für die staatliche Nichtachtung des Einzelnen. Schulen wälzen die Verantwortung auf die Eltern ab, Ärzte bemühen sich nicht, winken ab und kassieren. Arbeitsämter haben nur Zeit, wenn es gerade passt, nicht wenn sie gebraucht werden.
Ich finde die Zustände in unserem Lande haarsträubend, aber ich habe eine gute Nachricht. Ich gehe in der Zwischenzeit wieder arbeiten und verdiene ganz gut. Vielleicht werde ich das nächste Mal, wenn das Finanzamt bei mir um eine Steuernachzahlung bittet, einfach sagen, dass sie einen Termin bekommen, wenn die betreffende Dame wieder da ist. Können sie glauben, dass dann auch 6 Wochen nichts passiert? Und können sie glauben, dass ich nicht mehr bereit bin Steuern zu zahlen, für nicht zustande gekommene Leistungen?
Noch eine Frage: Wird mir jemand helfen?
Mit freundlichen Grüßen
Gerdi Freitag
Torweg 21
67705 Stelzenberg
Offener Brief einer Mutter, die für ihr lernschwaches Kind keine Ausbildungsstelle und keine Unterstützung bekommt.
Sehr geehrte Damen und Herren,ich bin eine Mutter mit 2 Söhnen. Seit Jahren bemühen wir uns einen dieser Söhne durch die Schule und durch eine Ausbildung zu bekommen. Dieses Kind kam mit einer Steißlage auf die Welt und hatte stets Probleme bei seiner Entwicklung. Trotz jährlicher Besuche bei Ärzten und Psychologen und zahlreicher Besuche in der Schule aufgrund schlechter Leistungen, war keiner in der Lage festzustellen, dass dieses Kind eine allgemeine Lernschwäche aufweist. Mein Sohn war bereits 15 Jahre alt, als in der Reha Landstuhl endlich diese Lernschwäche diagnostiziert wurde. Leider ist nun keine Therapie mehr möglich, wurde uns gesagt, kurz und gut, wir müssen mal wieder selbst damit zurechtkommen.
Er hat nun in einem Schulzentrum das Berufsvorbereitungsjahr absolviert, seine Noten sind sogar etwas besser geworden, aber wir wissen, dass er stets Schwierigkeiten haben wird, mit normalem Lernvermögen Schritt zu halten. Am Ende dieser Schulzeit wurde uns mitgeteilt, dass er für das 2 Berufsvorbereitungsjahr und den damit verbundenen Hauptschulabschluss nicht in Frage kommt. Nach all diesen Rückschlägen ist mein Sohn immer noch bereit, sein Bestes zu geben und eine Ausbildung durchzuziehen. Es ist für ihn psychisch eine Belastung, immer einer der Letzten in der Schule zu sein und trotz dessen hat er nicht aufgegeben, wurde nicht kriminell oder sonstige Dinge, die man von der heutigen Jugend ja immer wieder hören kann.
So weit zur Vorgeschichte. Wir haben uns darauf hin an das hiesige Arbeitsamt gewandt, damit wir eine Lehrstelle für ihn bekommen. Wenn diese auf Grund der Sachlage einen Zuschuss genehmigen, ist es durchaus möglich, für meinen Sohn eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Wir selbst haben uns um diese bemüht und wären in der Lage ihm 2 Ausbildungsstellen anzubieten. Seit 6 Wochen warten wir nun auf diesen Termin beim Arbeitsamt. Trotz mehrmaliger Anrufe bekommen wir nur die Auskunft, der entsprechende Herr ist momentan nicht da, so wie er wieder auf der Arbeit ist, bekämen wir einen Termin. Die Ausbildungen fangen jetzt an, wir haben immer noch keinen Termin, nur die Anfrage, warum wir nicht früher gekommen sind. (6 Wochen sind ja auch kein Zeitraum, in dem das Arbeitsamt reagieren kann!!) Leider war uns dies erst möglich, als das Zeugnis aus der Schule vorlag und wir wussten, dass er das zweite Jahr nicht machen kann.
Nun frage ich mich, wenn ein Arbeitnehmer in Urlaub geht oder krank wird, ist es dann nicht der Normalfall, dass jemand diesen vertritt. Auf unseren Arbeitsämtern anscheinend nicht.
Ich verfolge seit einiger Zeit die Diskussionen um eine Restrukturierung der Arbeitsämter und kann dazu nur sagen, dass es wie überall in unserem Staat zugeht.: Viel Gerede, viel Stimmungsmache, aber um Gottes Willen keine Taten.
Wir waren stets bemüht, das Beste aus dieser Situation zu machen, aber diesmal überfällt mich der Zorn. Kann es denn sein, dass dieses Kind absichtlich und mit Vorbehalt ausgegrenzt wird, aufgrund schlechter Leistungen? In der Schule, bereits im Kindergarten wurden Kinder aus anderen Ländern gefördert, für die Leistungsschwachen aus Deutschland gab es dies nicht! Weil ich für meine Kinder da war und nicht arbeiten gegangen bin, kam keine Ganztagsschule in Betracht, wir wurden abgelehnt.
Und nun zum guten Schluss ist es nicht möglich, einmal in seinem Leben Hilfe zu bekommen in Form eines läppischen Termins auf unserem Arbeitsamt? Wieder ein verlorenes Jahr, weil ein Berater Urlaub hatte, oder krank war? Unser Arbeitsamt ist so riesig, dass man sich darin verlaufen kann, jede Menge Mitarbeiter und keine Vertetung? Es ist absolut lächerlich, so etwas zu glauben. Hätten wir ?Bekannte? an der richtigen Stellen, ich glaube, das wäre nicht passiert.
Diesmal werde ich nicht die Situation einfach hinnehmen, ich werde die Öffentlichkeit suchen, vielleicht wird auch das nichts helfen, aber ich habe es wenigstens probiert, für mein Kind und sein Durchhaltevermögen!!!
Ich werde diesen Brief an alle Zeitungsverlage, die mir bekannt sind senden, an alle Politiker, die für diese Zustände verantwortlich sind und ich werde ihn im Internet veröffentlichen. Der Lebenslauf meines Kindes ist beispielhaft für die staatliche Nichtachtung des Einzelnen. Schulen wälzen die Verantwortung auf die Eltern ab, Ärzte bemühen sich nicht, winken ab und kassieren. Arbeitsämter haben nur Zeit, wenn es gerade passt, nicht wenn sie gebraucht werden.
Ich finde die Zustände in unserem Lande haarsträubend, aber ich habe eine gute Nachricht. Ich gehe in der Zwischenzeit wieder arbeiten und verdiene ganz gut. Vielleicht werde ich das nächste Mal, wenn das Finanzamt bei mir um eine Steuernachzahlung bittet, einfach sagen, dass sie einen Termin bekommen, wenn die betreffende Dame wieder da ist. Können sie glauben, dass dann auch 6 Wochen nichts passiert? Und können sie glauben, dass ich nicht mehr bereit bin Steuern zu zahlen, für nicht zustande gekommene Leistungen?
Noch eine Frage: Wird mir jemand helfen?
Mit freundlichen Grüßen
Gerdi Freitag
Torweg 21
67705 Stelzenberg
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