USA wollen Putsch in Venezuela: Lateinamerikas »Achse des Bösen«?:
Aufgrund der derzeitigen Ereignisse in Venezuela sehen wir unseren Protest als notwendig an. Es geht uns vor allem um die Unterstützung der Demokratie in meinem Land. Letzten Montag war wieder ein Putsch geplant, und es kam zu massiven Unruhen mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen.
F: Ihre Gruppe besteht nicht nur aus Venezolanern?
Wir sind eine internationale Gruppe. Unter uns sind Kolumbianer, Chilenen, Deutsche und Menschen anderer Nationalitäten. Die Latinos haben ein gemeinsames Interesse: Die fortschrittliche Entwicklung in Lateinamerika soll nicht wieder blutig zerstört werden. Wir wollen alle verhindern, daß sich die Ereignisse von 1973 in Chile wiederholen.
F: Was befürchten Sie für Venezuela?
Aufgrund der Tatsache, daß die USA eine neue »Achse des Bösen« konstruieren ? Kuba, Venezuela und Brasilien, wo mit »Lula« da Silva kürzlich ein Linker zum Präsidenten gewählt wurde ? befürchten wir neue Versuche der USA, unser Land zu zerstören. Auch durch die Existenz des Erdöls ist Venezuela sehr wichtig für die USA.
F: Der heutige Präsident Hugo Chavez war in diesem Jahr schon einmal im Gefängnis.
Das war am 11. April 2002, als die rechtsgerichtete Opposition einen Putsch organisiert und auch durchgeführt hatte. Die Venezolaner waren aber wach und haben ihn wieder an seinen Platz zurückgebracht.
F: Aus welchen Schichten rekrutiert sich die rechtsgerichte Opposition?
Sie stützt sich auf die Handelskammer »Camera de Comercio« sowie auf einen Teil der Gewerkschaften. Eine Schicht von Gewerkschaftsfunktionären fühlt sich benachteiligt, weil die Regierung nicht mehr gewillt ist, sie mit Häusern und sehr hohen Gehältern auf Kosten der Arbeiterschaft zu subventionieren. Weitere Stützen der Opposition sind Teile des Militärs und natürlich die Kirche.
Diese Oppositionsbewegung ist ein Teil des Programmes, das der US-Geheimdienst CIA für ganz Lateinamerika entwickelt hat. Was am 11. September 1973 in Santiago de Chile funktioniert hat, sollte auch am 11. April 2002 in Caracas, Venezuela, geschehen.
F: Welche Rolle spielen Exilkubaner in bezug auf Venezuela?
Sie sind der lange Arm der CIA und haben auch aktuell wieder eine Rolle gespielt. Sie waren an vorderster Front bei den Gewalttätigkeiten gegen die gewählten Vertreter Venezuelas. Sie werden als Söldner bezahlt und haben die Unruhen mit angestiftet.
F: Was ist am Montag in Caracas geschehen?
Die Opposition forderte ein Referendum gegen Chavez und kam mit riesigen Boxen voller Unterschriften. Die Auseinandersetzungen zwischen Regimegegnern und den Unterstützern von Chavez waren heftig. Letztere wurden mit Schrotflinten beschossen. Die Polizei setzte Tränengas ein, allerdings auch gegen die Regierungstreuen. Das liegt daran, daß der Bürgermeister von Caracas auf seiten der Opposition steht. Es gab mindestens dreißig Verletzte, aber nach meiner jetzigen Information zum Glück keine Toten.
Einige Studenten hatten herausgefunden, daß ihre Unterschriften von der Opposition angegeben waren, sie diese aber nie geleistet hatte. Man fand heraus, daß die Opposition die Namen von Handy-Firmen und Banken bekommen hatten. Jetzt fordert die Regierung die Überprüfung der Namen. Mindestens dreißig Tage sind gesetzlich vorgesehen.
F: Wie geht es weiter?
Die Regierung Venezuelas hat versprochen, ein koordiniertes Bündnis von Arbeitern und Volksorganisationen ins Leben zu rufen, die den demokratischen Prozeß in Venezuela schützen und weitere Putschversuche verhindern sollen. Unsere Gruppe wird weiter jeden ersten Dienstag im Monat vor der venezolanischen Botschaft demonstrieren.
* Protestkundgebung: Jeden ersten Dienstag im Monat, Schillstraße 9-10 in Berlin-Tiergarten, 14 bis 15.30 Uhr.
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Die Tageszeitung "Junge Welt" sprach mit Valmore Soarez (55) vom in Deutschland tätigen »Aktionsbündnis für Venezuela«
F: Sie haben eine Dauerkundgebung vor dem Sitz der venezolanischen Botschaft angemeldet. Warum?Aufgrund der derzeitigen Ereignisse in Venezuela sehen wir unseren Protest als notwendig an. Es geht uns vor allem um die Unterstützung der Demokratie in meinem Land. Letzten Montag war wieder ein Putsch geplant, und es kam zu massiven Unruhen mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen.
F: Ihre Gruppe besteht nicht nur aus Venezolanern?
Wir sind eine internationale Gruppe. Unter uns sind Kolumbianer, Chilenen, Deutsche und Menschen anderer Nationalitäten. Die Latinos haben ein gemeinsames Interesse: Die fortschrittliche Entwicklung in Lateinamerika soll nicht wieder blutig zerstört werden. Wir wollen alle verhindern, daß sich die Ereignisse von 1973 in Chile wiederholen.
F: Was befürchten Sie für Venezuela?
Aufgrund der Tatsache, daß die USA eine neue »Achse des Bösen« konstruieren ? Kuba, Venezuela und Brasilien, wo mit »Lula« da Silva kürzlich ein Linker zum Präsidenten gewählt wurde ? befürchten wir neue Versuche der USA, unser Land zu zerstören. Auch durch die Existenz des Erdöls ist Venezuela sehr wichtig für die USA.
F: Der heutige Präsident Hugo Chavez war in diesem Jahr schon einmal im Gefängnis.
Das war am 11. April 2002, als die rechtsgerichtete Opposition einen Putsch organisiert und auch durchgeführt hatte. Die Venezolaner waren aber wach und haben ihn wieder an seinen Platz zurückgebracht.
F: Aus welchen Schichten rekrutiert sich die rechtsgerichte Opposition?
Sie stützt sich auf die Handelskammer »Camera de Comercio« sowie auf einen Teil der Gewerkschaften. Eine Schicht von Gewerkschaftsfunktionären fühlt sich benachteiligt, weil die Regierung nicht mehr gewillt ist, sie mit Häusern und sehr hohen Gehältern auf Kosten der Arbeiterschaft zu subventionieren. Weitere Stützen der Opposition sind Teile des Militärs und natürlich die Kirche.
Diese Oppositionsbewegung ist ein Teil des Programmes, das der US-Geheimdienst CIA für ganz Lateinamerika entwickelt hat. Was am 11. September 1973 in Santiago de Chile funktioniert hat, sollte auch am 11. April 2002 in Caracas, Venezuela, geschehen.
F: Welche Rolle spielen Exilkubaner in bezug auf Venezuela?
Sie sind der lange Arm der CIA und haben auch aktuell wieder eine Rolle gespielt. Sie waren an vorderster Front bei den Gewalttätigkeiten gegen die gewählten Vertreter Venezuelas. Sie werden als Söldner bezahlt und haben die Unruhen mit angestiftet.
F: Was ist am Montag in Caracas geschehen?
Die Opposition forderte ein Referendum gegen Chavez und kam mit riesigen Boxen voller Unterschriften. Die Auseinandersetzungen zwischen Regimegegnern und den Unterstützern von Chavez waren heftig. Letztere wurden mit Schrotflinten beschossen. Die Polizei setzte Tränengas ein, allerdings auch gegen die Regierungstreuen. Das liegt daran, daß der Bürgermeister von Caracas auf seiten der Opposition steht. Es gab mindestens dreißig Verletzte, aber nach meiner jetzigen Information zum Glück keine Toten.
Einige Studenten hatten herausgefunden, daß ihre Unterschriften von der Opposition angegeben waren, sie diese aber nie geleistet hatte. Man fand heraus, daß die Opposition die Namen von Handy-Firmen und Banken bekommen hatten. Jetzt fordert die Regierung die Überprüfung der Namen. Mindestens dreißig Tage sind gesetzlich vorgesehen.
F: Wie geht es weiter?
Die Regierung Venezuelas hat versprochen, ein koordiniertes Bündnis von Arbeitern und Volksorganisationen ins Leben zu rufen, die den demokratischen Prozeß in Venezuela schützen und weitere Putschversuche verhindern sollen. Unsere Gruppe wird weiter jeden ersten Dienstag im Monat vor der venezolanischen Botschaft demonstrieren.
* Protestkundgebung: Jeden ersten Dienstag im Monat, Schillstraße 9-10 in Berlin-Tiergarten, 14 bis 15.30 Uhr.
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