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Bolivien: Weitere Zuspitzung

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Bolivien: Weitere Zuspitzung:

Das bolivianische Militär griff heute um 10:30 Uhr (CH: 16:30 Uhr) in Patacamaya ein Kontingent von Bergarbeitern an.

Oppositionsführer Evo Morales: USA und OAS sind "Komplizen der Massaker"

Das bolivianische Militär greift heute um 10:30 Uhr (CH: 16:30 Uhr) in Patacamaya (100 km von La Paz, 10‘000 EinwohnerInnen) ein Kontingent von Bergarbeitern an, welche auf dem Weg nach La Paz in diesem Städtchen Halt machten und sich bloss verpflegen wollten. „Das Militär kam mit Panzern, um die Bergarbeiter-Ansammlung zu zerstreuen“, meinte der lokale Reporter. Es sind 2 Tote und 14 Schussverletzte zu beklagen (die Namen und die Art der Verletzungen wurden im Radio durchgegeben). Es sind auch AnwohnerInnen unter den Verletzten, welche in der wilden Schiesserei durch verirrte Kugeln getroffen wurden.

In La Paz sind trotz des militärischen Belagerungszustandes erste Proteste im Gange (20 Uhr CH-Zeit), an denen auch schon zahlreiche Kontingente von Coca-BäuerInnen aus anderen Landesteilen teilnehmen, die in die belagerte Stadt einsickerten. Auch Spezialeinheiten des Militärs sind eingeflogen worden, u. a. jene, welche die Guerilla von Che in Bolivien bekämpfte.

Nach der gespannten Ruhe von gestern und den Beerdigungen der Repressionsopfer vom Wochenende scheint heute der Protest mit unverminderter Stärke weiterzugehen.

Angesichts der fortgesetzten Unterstützung des bolivianischen Präsidenten "Goni" oder "Gringo" Sánchez de Lozada durch die USA und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat der Oppositionsführer, Zweitplazierte der letzten Präsidentschaftswahl und Vorsitzende der Partei Bwegung zum Sozialismus (MAS), Evo Morales, den Vereinigten Staaten und der OAS vorgeworfen, "Komplizen der Massaker" zu sein. Die einzige Möglichkeit, die Demokratie in Bolivien zu retten, sei der Rücktritt des Präsidenten, der von der Massenbewegung gefordert wird.

"Ich kann nicht glauben, daß César Gaviria (OAS-Generalsekretär) und das US-State Department Gonzalo Sánchez den Rücken stärken. Das bedeutet, Komplizen der Massaker zu sein. Das führt dazu, daß es noch mehr Massaker am Volk Boliviens geben wird", erklärte Evo Morales gegenüber einem kolumbianischen Rundfunksender.

Das einzig richtige, was die USA und die OAS tun könnten, so Morales, sei "diesem Verbrecher, Mörder und Vaterlandsverkäufer" die Anerkennung zu entziehen. vo Morales warnte vor einem Militärputsch. In der vergangenen Nacht habe sich der US-Botschafter in Bolivien, David Greenle, mit der Spitze des MIlitärs getroffen, "und es ist möglich, daß dort eine autoritäre Lösung, das Ende der Demokratie, beschlossen wurde", so Morales.

Gegenüber der in Cochabamba erscheinenden Tageszeitung "La Jornada" forderte Evo Morales, dem Präsidenten und seinen Minister wegen der "mehr als 100 Toten seit Jahresanfang" in Bolivien den Prozeß zu machen. Es sei notwendig, "Bolivien neu zu begründen".

Texte zum Sozialismus des 21. Jahrhunderts

Das bolivianische Militär griff heute um 10:30 Uhr (CH: 16:30 Uhr) in Patacamaya ein Kontingent von Bergarbeitern an. Oppositionsführer Evo Morales: USA und OAS sind "Komplizen der Massaker"

Martin Groß
2003-10-15 22:44:47

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