Bolivianische Regierung zerbricht:
Letzte Meldung: Auch mindestens 16 Abgeordnete der wichtigsten Regierungspartei MNR des Präsidenten haben Sánchez de Lozada die Gefolgschaft aufgekündigt. Der Sprecher der MNR-Dissidenten, Hugo Rodríguez, sagte Prensa Latina, der Präsident könne gemäß Art. 93 der Verfassung abgesetzt werden, wenn er weiterhin einen Rücktritt verweigert. Einer Meldung von Bolpress zufolge soll hingegen der Rücktritt des Präsidenten unmittelbar bevorstehen, es würden bereits Vorbereitungen getroffen, Sánchez de Lozada unmittelbar nach seinem Rücktritt aus dem Land zu schaffen. Für 18 Uhr Ortszeit / 0 Uhr MEZ ist eine Erklärung des Noch-Präsidenten vor dem Parlament angekündigt.
Inmitten der völligen Paralysierung der Hauptstadt La Paz und anderer bolivianischer Städte bedeutet diese Erklärung einen weiteren schweren Schlag für die Entschlossenheit des Regimes, die Macht gewaltsam zu verteiduigen. Mehr als 70 Menschen sind mittlerweile der blutigen Unterdrückung zum Opfer gefallen.
Die Erklärung Reyes überraschte die nationale und internationale Presse, denn noch vor zwei Tagen hatte dieser noch dem Präsidenten den Rücken gestärkt. Heute erklärten Parteisprecher, die NFR unterstütze "nicht Personen, sondern die Demokratie."
Unterdessen ist auch der bisherige Regierungssprecher Mauricio Antezana nicht mehr im Amt. Offen blieb, ob er aufgrund von Meinungsverschiedenheiten vom Präsidenten entlassen oder wegen seiner völlig ruinierten Glaubwürdigkeit selbst den Hut genommen hat. Seit seinem Abtritt ist Antezana nicht mehr in der Öffentlichkeit erschienen.
Zahlreiche lateinamerikanische und europäische kommunistische Parteien haben sich in Solidaritätsbotschaften an die Menschen in Bolivien gewandt. Für die KP Uruguays sah Carlos Flanagan enge Gemeinsamkeiten zwischen den Ereignissen in Bolivien und der sozialen Situation in seinem Land. "Diese Politik des Ausverkaufs der nationalen Souveränität ist Teil der demokratischen Spielregeln", kritisierte Flanagan die Mißachtung der Rechte der Bevölkerung durch zahlreiche Regierungen Lateinamerikas.
Die selbst in einer sehr komplizierten Situation kämpfende kolumbianische KP warnte vor jeder Form einer ausländischen Intervention, durch die die Lage in Bolivien nur verschärft werde.
Die argentinischen Kommunisten verurteilten ebenfalls den Ausverkauf der nationalen Reichtümer der Ländern Lateinamerikas und unterstrichen vor dem Hintergrund der Ereignisse in Bolivien erneut ihre Ablehnung der Amerikanischen Freihandelszone ALCA. Hinter dem "brutalen Angriff auf das bolivianische Brudervolk" stünden "annexionistische Interessen der USA", so die argentische KP.
Die Kommunistische Partei Spaniens wies auf die Folgen hin, die die Privatisierung der bolivianischen Bodenschätze gehabt habe. Bolivien erhalte nur noch 18 Prozent der Erlöse aus dem Gasverkauf durch die Steuern, während es früher mehr als 50 Prozent gewesen seien, informierte die PCE. Der Großkonzern REPSOL-YPF trage deshalb eine große Mitverantwortung für die Massaker, die in Bolivien gegen die Volksbewegung verübt werden.
Ähnlich argumentierten die kommunistischen Parteien aus Mexico, die Partei der Kommunisten (PC) und die Sozialistische Volkspartei (PPSdM). Auch die chilenische KP protestierte in einem Schreiben an den bolivianischen Botschafter in Santiago gegen die Unterdrückung der Volksbewegung und gegen die Verfolgung von Gewerkschaftern und sozialen Führern.
Quellen: Prensa Latina, Spanischer Dienst von RedGlobe–Zusammenfassung: RedGlobe
Letzte Meldung: Mindestens 16 Abgeordnete der wichtigsten Regierungspartei MNR des Präsidenten haben Sánchez de Lozada die Gefolgschaft aufgekündigt. Der Sprecher der MNR-Dissidenten, Hugo Rodríguez, sagte Prensa Latina, der Präsident könne gemäß Art. 93 der Verfassung abgesetzt werden, wenn er weiterhin einen Rücktritt verweigert. Einer Meldung von Bolpress zufolge soll hingegen der Rücktritt des Präsidenten unmittelbar bevorstehen, es würden bereits Vorbereitungen getroffen, Sánchez de Lozada unmittelbar nach seinem Rücktritt aus dem Land zu schaffen. Für 18 Uhr Ortszeit / 0 Uhr MEZ ist eine Erklärung des Noch-Präsidenten vor dem Parlament angekündigt.
Wie die kubanische Agentur Prensa Latina meldet, ist die bolivianische Regierungskoalition angesichts der anhaltenden Welle von Demonstrationen, Streiks und Blockaden zerbrochen. Der Vorsitzende des Koalitionspartners "Neue Republikanische Kraft" (NFR), Manfred Reyes Villa, forderte heute in La Paz den Rücktritt des Präsidenten Gonzalo "Gringo" Sánchez de Lozada.Letzte Meldung: Auch mindestens 16 Abgeordnete der wichtigsten Regierungspartei MNR des Präsidenten haben Sánchez de Lozada die Gefolgschaft aufgekündigt. Der Sprecher der MNR-Dissidenten, Hugo Rodríguez, sagte Prensa Latina, der Präsident könne gemäß Art. 93 der Verfassung abgesetzt werden, wenn er weiterhin einen Rücktritt verweigert. Einer Meldung von Bolpress zufolge soll hingegen der Rücktritt des Präsidenten unmittelbar bevorstehen, es würden bereits Vorbereitungen getroffen, Sánchez de Lozada unmittelbar nach seinem Rücktritt aus dem Land zu schaffen. Für 18 Uhr Ortszeit / 0 Uhr MEZ ist eine Erklärung des Noch-Präsidenten vor dem Parlament angekündigt.
Inmitten der völligen Paralysierung der Hauptstadt La Paz und anderer bolivianischer Städte bedeutet diese Erklärung einen weiteren schweren Schlag für die Entschlossenheit des Regimes, die Macht gewaltsam zu verteiduigen. Mehr als 70 Menschen sind mittlerweile der blutigen Unterdrückung zum Opfer gefallen.
Die Erklärung Reyes überraschte die nationale und internationale Presse, denn noch vor zwei Tagen hatte dieser noch dem Präsidenten den Rücken gestärkt. Heute erklärten Parteisprecher, die NFR unterstütze "nicht Personen, sondern die Demokratie."
Unterdessen ist auch der bisherige Regierungssprecher Mauricio Antezana nicht mehr im Amt. Offen blieb, ob er aufgrund von Meinungsverschiedenheiten vom Präsidenten entlassen oder wegen seiner völlig ruinierten Glaubwürdigkeit selbst den Hut genommen hat. Seit seinem Abtritt ist Antezana nicht mehr in der Öffentlichkeit erschienen.
Zahlreiche lateinamerikanische und europäische kommunistische Parteien haben sich in Solidaritätsbotschaften an die Menschen in Bolivien gewandt. Für die KP Uruguays sah Carlos Flanagan enge Gemeinsamkeiten zwischen den Ereignissen in Bolivien und der sozialen Situation in seinem Land. "Diese Politik des Ausverkaufs der nationalen Souveränität ist Teil der demokratischen Spielregeln", kritisierte Flanagan die Mißachtung der Rechte der Bevölkerung durch zahlreiche Regierungen Lateinamerikas.
Die selbst in einer sehr komplizierten Situation kämpfende kolumbianische KP warnte vor jeder Form einer ausländischen Intervention, durch die die Lage in Bolivien nur verschärft werde.
Die argentinischen Kommunisten verurteilten ebenfalls den Ausverkauf der nationalen Reichtümer der Ländern Lateinamerikas und unterstrichen vor dem Hintergrund der Ereignisse in Bolivien erneut ihre Ablehnung der Amerikanischen Freihandelszone ALCA. Hinter dem "brutalen Angriff auf das bolivianische Brudervolk" stünden "annexionistische Interessen der USA", so die argentische KP.
Die Kommunistische Partei Spaniens wies auf die Folgen hin, die die Privatisierung der bolivianischen Bodenschätze gehabt habe. Bolivien erhalte nur noch 18 Prozent der Erlöse aus dem Gasverkauf durch die Steuern, während es früher mehr als 50 Prozent gewesen seien, informierte die PCE. Der Großkonzern REPSOL-YPF trage deshalb eine große Mitverantwortung für die Massaker, die in Bolivien gegen die Volksbewegung verübt werden.
Ähnlich argumentierten die kommunistischen Parteien aus Mexico, die Partei der Kommunisten (PC) und die Sozialistische Volkspartei (PPSdM). Auch die chilenische KP protestierte in einem Schreiben an den bolivianischen Botschafter in Santiago gegen die Unterdrückung der Volksbewegung und gegen die Verfolgung von Gewerkschaftern und sozialen Führern.
Quellen: Prensa Latina, Spanischer Dienst von RedGlobe–Zusammenfassung: RedGlobe
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