Legitime Attacke:
Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem nicht mindestens ein Besatzungssoldat getötet wird. Der leichte Sieg der Hightech-Army über eine demoralisierte und von ihrer Generalität verratene Armee erwies sich als trügerisch. Gegen den Guerillakrieg der Iraker findet auch die modernste Kriegstechnologie keine Mittel. Der immer heftiger werdende Widerstand kann sich aber nur deshalb entfalten, weil er unter den Volksmassen Rückhalt findet. Wäre die Massenstimmung proamerikanisch, gäbe es in breiten Bevölkerungsschichten die Bereitschaft, mit der Besatzungsmacht gegen die »Terroristen« zu kooperieren, wäre die Widerstandsbewegung längst aufgerieben worden.
Der »Kampf gegen den Terror« war einer der verlogenen Vorwände für die Eroberung des uralten Kulturlandes an den zwei Strömen. Nun befinden sich die Okkupanten tatsächlich im Krieg gegen den Terror und machen dabei keine gute Figur. Denn sie befinden sich nicht in der Offensive, sondern in der Defensive. Es ist tatsächlich Terror, dem sich die britischen und US-Soldaten und auch die ausländischen Zivilverwalter und ihre einheimischen Kostgänger ausgesetzt sehen. Es ist eine in jeder Hinsicht gerechtfertigte Gewalt: die legitime Reaktion auf die völkerrechtswidrige Unterwerfung eines Landes. Der irakische Widerstand ist nicht mehr und nicht weniger terroristisch als es die französische Resistance war. Und entsprechend entstammt auch die amerikanische Propagandamunition gegen die irakischen Freiheitskämpfer wortwörtlich dem Goebbelschen Arsenal: »Kriminelle«, »Banditen«–und eben auch »Terroristen«.
Die Bush-Krieger sitzen unentrinnbar in der militärischen und in der Legitimationsfalle. Die irakischen Massenvernichtungswaffen haben sich als Chimäre erwiesen. Die angloamerikanische »Befreiungstat« stieß auf den Befreiungskampf des irakischen Volkes. Der Terror, den auszurotten sie versprachen, ist zum legitimen Mittel dieses Kampfes geworden.
Und welche Lehren zieht die Antikriegsbewegung daraus? Bisher noch keine. Mag schon sein, daß Pazifisten eine offene Solidarisierung mit dem irakischen Widerstand nicht zugemutet werden kann. Aber die erfolglos gebliebene Bewegung zur Verhinderung des Krieges in eine Bewegung gegen die Besetzung des Iraks zu transformieren, wäre wirklich nicht zu viel verlangt. Zumal ein solcher Kampf–dank des irakischen Widerstandes–durchaus Erfolgschancen hätte.
US-Falken unter Beschuß–Pentagon-Vize Wolfowitz überlebte Anschlag in Bagdad. 100 000 bei Großdemonstration in Washington
Von Rüdiger Göbel, Junge Welt
Die Regierung von US-Präsident George W. Bush steht immer stärker unter Druck. Irakische Widerstandsgruppen demonstrierten am Wochenende eindrucksvoll ihre Schlagkraft gegen die Besatzer. Nahe Tikrit schossen Guerilla-Kämpfer einen Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee ab, in der irakischen Hauptstadt Bagdad nahmen sie mit Raketen das Hotel Raschid unter Feuer. Pentagon-Vize Paul Wolfowitz, der sich in dem stark gesicherten Luxuskomplex am Westufer des Tigris aufhielt, überlebte den Angriff, war allerdings sichtlich geschockt ob der Effizienz seiner Gegner. In den USA protestierten unterdessen mehr als 100 000 Menschen gegen Bushs Irak-Politik. Die Demonstranten forderten den sofortigen Abzug der US-Soldaten aus dem besetzten Zweistromland.
Seit dem vom US-Präsidenten am 1. Mai ausgerufenen Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak sind mehr als 1500 US-Soldaten bei fast täglichen Anschlägen getötet oder verletzt worden. Als wollten die Widerstandsgruppen Wolfowitz persönlich ihre Schlagkraft demonstrieren, gab es seit dessen Ankunft im Irak am vergangenen Freitag verstärkte Angriffe auf die US-geführten Besatzungstruppen und irakische Kollaborateure. Immerhin gilt der Falke in der US-Administration als »Architekt« der Irak-Invasion. In der südirakischen Stadt Amarah wurde der von den Besatzungstruppen eingesetzte Polizeichef Hamid Hadi Hassan Al Abe nach dem Freitagsgebet beim Verlassen einer Moschee erschossen. Bei einem Bombenanschlag auf eine US-Patrouille in Bagdad wurden am Samstag erneut drei Soldaten verletzt. Der Sprengsatz sei an einer Autobahnabfahrt im Südwesten der Hauptstadt ferngezündet worden, teilte ein Sprecher der US-Besatzungstruppen mit.
Im Westen von Bagdad überrollte ein US-Schützenpanzer ein Taxi, nachdem er von Unbekannten beschossen worden war. Drei Insassen des Taxis starben auf der Stelle, zwei weitere, darunter ein Kind, wurden verletzt, wie Augenzeugen und Krankenhausärzte dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira berichteten. Unweit der irakischen Stadt Faludscha wurden am Samstag drei Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt. Der Fahrzeugkonvoi des in Großbritannien ansässigen Unternehmens European Landmines Solutions wurde von US-Truppen beschossen, berichtete der amerikanische Ingenieur David Rasmussen, der bei dem Angriff verletzt wurde. Der den Hilfskonvoi begleitende irakische Wachmann Laith Jusef bestätigte diese Angaben. »Wir waren das Ziel eines Angriffs der Amerikaner«, sagte er. Die Besatzungstruppen wiesen zunächst jede Verantwortung für den Vorfall zurück.
Bei dem Granatenangriff auf einen US-Hubschrauber in der Nähe von Tikrit wurde am selben Tag nach US-Militärangaben mindestens ein Soldat verletzt. Zunächst war von fünf Verletzten die Rede gewesen. Der Helikopter war nur wenige Stunden, nachdem Wolfowitz amerikanische Soldaten in der Heimatstadt des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein besucht hatte, abgeschossen worden. Dies erklärten US-Militärs in Tikrit.
Wolfowitz, der sich zu seinem zweiten, mehrtägigen Besuch im besetzten Irak aufhält, hatte in Tikrit noch erklärt, er sei gekommen, um den US-Truppen, ihren Verbündeten sowie den mit ihnen kooperierenden Irakern zu danken: »Sie tragen den Kampf an den Feind heran.« Spätestens der Angriff auf das Raschid-Hotel am Sonntag morgen mußte dem Pentagon-Vize dann aber deutlich machen, daß es sich wohl umgekehrt verhält. Ein US-Soldat wurde bei dem Angriff mit 29 ferngezündeten Raketen getötet, mindestens 15 Menschen wurden verletzt. Wolfowitz überlebte die Granatwerferattacke unverletzt und wurde von den US-Besatzungstruppen an einen anderen, als sicher eingestuften Ort gebracht.
Die anhaltenden Widerstandsaktionen im Irak brachten am Wochenende unterdessen auch Zehntausende Amerikaner auf die Straße. Sie protestierten gegen die verlustreiche Irak-Politik der US-Administration. Während Medienvertreter von nur 20000 Demonstranten berichteten, waren die Veranstalter überwältigt von der Resonanz. Allein an den zentralen Protesten in Washington D.C. nahmen demnach 100000 Menschen teil. In San Francisco im Westküstenstaat Kalifornien folgten 15000 Demonstranten dem Ruf der Friedens- und Bürgerrechtsgruppen. Zentrales Motto der vom Antikriegsbündnis ANSWER organisierten Manifestationen: »Bring the troops home! ? Bringt unsere Truppen nach Hause!«
Die Demonstranten waren mit Bussen aus mehr als 140 Städten in die US-Hauptstadt angereist. Erstmals sei das Gros der Unzufriedenen aus vielen kleinen Städten und Orten der USA und nicht aus großen Metropolen wie New York oder Washington gekommen, erklärte John Catalinotto vom International Action Center gegenüber jW. An den Protesten beteiligten sich auch Angehörige von im Irak stationierten oder getöteten US-Soldaten sowie Veteranen früherer US-Kriege. Unterstützt wurden die amerikanischen Besatzungsgegner mit Solidaritätsaktionen in zahlreichen Städten Europas und Asiens. Es waren die größten Protestaktionen gegen die Bush-Regierung seit dem vermeintlichen Kriegsende im Irak. Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage zur Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zufolge kam Bush auf eine Zustimmungsrate von nur noch 40 Prozent.Die Regierung von US-Präsident George W. Bush steht immer stärker unter Druck. Irakische Widerstandsgruppen demonstrierten am Wochenende eindrucksvoll ihre Schlagkraft gegen die Besatzer. Nahe Tikrit schossen Guerilla-Kämpfer einen Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee ab, in der irakischen Hauptstadt Bagdad nahmen sie mit Raketen das Hotel Raschid unter Feuer. Pentagon-Vize Paul Wolfowitz, der sich in dem stark gesicherten Luxuskomplex am Westufer des Tigris aufhielt, überlebte den Angriff, war allerdings sichtlich geschockt ob der Effizienz seiner Gegner. In den USA protestierten unterdessen mehr als 100 000 Menschen gegen Bushs Irak-Politik. Die Demonstranten forderten den sofortigen Abzug der US-Soldaten aus dem besetzten Zweistromland.
Seit dem vom US-Präsidenten am 1. Mai ausgerufenen Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak sind mehr als 1500 US-Soldaten bei fast täglichen Anschlägen getötet oder verletzt worden. Als wollten die Widerstandsgruppen Wolfowitz persönlich ihre Schlagkraft demonstrieren, gab es seit dessen Ankunft im Irak am vergangenen Freitag verstärkte Angriffe auf die US-geführten Besatzungstruppen und irakische Kollaborateure. Immerhin gilt der Falke in der US-Administration als »Architekt« der Irak-Invasion. In der südirakischen Stadt Amarah wurde der von den Besatzungstruppen eingesetzte Polizeichef Hamid Hadi Hassan Al Abe nach dem Freitagsgebet beim Verlassen einer Moschee erschossen. Bei einem Bombenanschlag auf eine US-Patrouille in Bagdad wurden am Samstag erneut drei Soldaten verletzt. Der Sprengsatz sei an einer Autobahnabfahrt im Südwesten der Hauptstadt ferngezündet worden, teilte ein Sprecher der US-Besatzungstruppen mit.
Im Westen von Bagdad überrollte ein US-Schützenpanzer ein Taxi, nachdem er von Unbekannten beschossen worden war. Drei Insassen des Taxis starben auf der Stelle, zwei weitere, darunter ein Kind, wurden verletzt, wie Augenzeugen und Krankenhausärzte dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira berichteten. Unweit der irakischen Stadt Faludscha wurden am Samstag drei Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt. Der Fahrzeugkonvoi des in Großbritannien ansässigen Unternehmens European Landmines Solutions wurde von US-Truppen beschossen, berichtete der amerikanische Ingenieur David Rasmussen, der bei dem Angriff verletzt wurde. Der den Hilfskonvoi begleitende irakische Wachmann Laith Jusef bestätigte diese Angaben. »Wir waren das Ziel eines Angriffs der Amerikaner«, sagte er. Die Besatzungstruppen wiesen zunächst jede Verantwortung für den Vorfall zurück.
Bei dem Granatenangriff auf einen US-Hubschrauber in der Nähe von Tikrit wurde am selben Tag nach US-Militärangaben mindestens ein Soldat verletzt. Zunächst war von fünf Verletzten die Rede gewesen. Der Helikopter war nur wenige Stunden, nachdem Wolfowitz amerikanische Soldaten in der Heimatstadt des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein besucht hatte, abgeschossen worden. Dies erklärten US-Militärs in Tikrit.
Wolfowitz, der sich zu seinem zweiten, mehrtägigen Besuch im besetzten Irak aufhält, hatte in Tikrit noch erklärt, er sei gekommen, um den US-Truppen, ihren Verbündeten sowie den mit ihnen kooperierenden Irakern zu danken: »Sie tragen den Kampf an den Feind heran.« Spätestens der Angriff auf das Raschid-Hotel am Sonntag morgen mußte dem Pentagon-Vize dann aber deutlich machen, daß es sich wohl umgekehrt verhält. Ein US-Soldat wurde bei dem Angriff mit 29 ferngezündeten Raketen getötet, mindestens 15 Menschen wurden verletzt. Wolfowitz überlebte die Granatwerferattacke unverletzt und wurde von den US-Besatzungstruppen an einen anderen, als sicher eingestuften Ort gebracht.
Die anhaltenden Widerstandsaktionen im Irak brachten am Wochenende unterdessen auch Zehntausende Amerikaner auf die Straße. Sie protestierten gegen die verlustreiche Irak-Politik der US-Administration. Während Medienvertreter von nur 20000 Demonstranten berichteten, waren die Veranstalter überwältigt von der Resonanz. Allein an den zentralen Protesten in Washington D.C. nahmen demnach 100000 Menschen teil. In San Francisco im Westküstenstaat Kalifornien folgten 15000 Demonstranten dem Ruf der Friedens- und Bürgerrechtsgruppen. Zentrales Motto der vom Antikriegsbündnis ANSWER organisierten Manifestationen: »Bring the troops home! ? Bringt unsere Truppen nach Hause!«
Die Demonstranten waren mit Bussen aus mehr als 140 Städten in die US-Hauptstadt angereist. Erstmals sei das Gros der Unzufriedenen aus vielen kleinen Städten und Orten der USA und nicht aus großen Metropolen wie New York oder Washington gekommen, erklärte John Catalinotto vom International Action Center gegenüber jW. An den Protesten beteiligten sich auch Angehörige von im Irak stationierten oder getöteten US-Soldaten sowie Veteranen früherer US-Kriege. Unterstützt wurden die amerikanischen Besatzungsgegner mit Solidaritätsaktionen in zahlreichen Städten Europas und Asiens. Es waren die größten Protestaktionen gegen die Bush-Regierung seit dem vermeintlichen Kriegsende im Irak. Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage zur Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zufolge kam Bush auf eine Zustimmungsrate von nur noch 40 Prozent
Anschlag auf Vizechef des Pentagon knapp gescheitert
Der Irak ist kein guter Boden für Amerikaner. Das mußte nun auch US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz hautnah miterleben. Er war Ziel eines Bombenangriffes auf ein Hotel in Bagdad. Der Chefideologe des neuen imperialistischen Krieges entkam unverletzt. Doch er sollte sein Glück nicht weiter auf die Probe stellen.Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem nicht mindestens ein Besatzungssoldat getötet wird. Der leichte Sieg der Hightech-Army über eine demoralisierte und von ihrer Generalität verratene Armee erwies sich als trügerisch. Gegen den Guerillakrieg der Iraker findet auch die modernste Kriegstechnologie keine Mittel. Der immer heftiger werdende Widerstand kann sich aber nur deshalb entfalten, weil er unter den Volksmassen Rückhalt findet. Wäre die Massenstimmung proamerikanisch, gäbe es in breiten Bevölkerungsschichten die Bereitschaft, mit der Besatzungsmacht gegen die »Terroristen« zu kooperieren, wäre die Widerstandsbewegung längst aufgerieben worden.
Der »Kampf gegen den Terror« war einer der verlogenen Vorwände für die Eroberung des uralten Kulturlandes an den zwei Strömen. Nun befinden sich die Okkupanten tatsächlich im Krieg gegen den Terror und machen dabei keine gute Figur. Denn sie befinden sich nicht in der Offensive, sondern in der Defensive. Es ist tatsächlich Terror, dem sich die britischen und US-Soldaten und auch die ausländischen Zivilverwalter und ihre einheimischen Kostgänger ausgesetzt sehen. Es ist eine in jeder Hinsicht gerechtfertigte Gewalt: die legitime Reaktion auf die völkerrechtswidrige Unterwerfung eines Landes. Der irakische Widerstand ist nicht mehr und nicht weniger terroristisch als es die französische Resistance war. Und entsprechend entstammt auch die amerikanische Propagandamunition gegen die irakischen Freiheitskämpfer wortwörtlich dem Goebbelschen Arsenal: »Kriminelle«, »Banditen«–und eben auch »Terroristen«.
Die Bush-Krieger sitzen unentrinnbar in der militärischen und in der Legitimationsfalle. Die irakischen Massenvernichtungswaffen haben sich als Chimäre erwiesen. Die angloamerikanische »Befreiungstat« stieß auf den Befreiungskampf des irakischen Volkes. Der Terror, den auszurotten sie versprachen, ist zum legitimen Mittel dieses Kampfes geworden.
Und welche Lehren zieht die Antikriegsbewegung daraus? Bisher noch keine. Mag schon sein, daß Pazifisten eine offene Solidarisierung mit dem irakischen Widerstand nicht zugemutet werden kann. Aber die erfolglos gebliebene Bewegung zur Verhinderung des Krieges in eine Bewegung gegen die Besetzung des Iraks zu transformieren, wäre wirklich nicht zu viel verlangt. Zumal ein solcher Kampf–dank des irakischen Widerstandes–durchaus Erfolgschancen hätte.
US-Falken unter Beschuß–Pentagon-Vize Wolfowitz überlebte Anschlag in Bagdad. 100 000 bei Großdemonstration in Washington
Von Rüdiger Göbel, Junge Welt
Die Regierung von US-Präsident George W. Bush steht immer stärker unter Druck. Irakische Widerstandsgruppen demonstrierten am Wochenende eindrucksvoll ihre Schlagkraft gegen die Besatzer. Nahe Tikrit schossen Guerilla-Kämpfer einen Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee ab, in der irakischen Hauptstadt Bagdad nahmen sie mit Raketen das Hotel Raschid unter Feuer. Pentagon-Vize Paul Wolfowitz, der sich in dem stark gesicherten Luxuskomplex am Westufer des Tigris aufhielt, überlebte den Angriff, war allerdings sichtlich geschockt ob der Effizienz seiner Gegner. In den USA protestierten unterdessen mehr als 100 000 Menschen gegen Bushs Irak-Politik. Die Demonstranten forderten den sofortigen Abzug der US-Soldaten aus dem besetzten Zweistromland.
Seit dem vom US-Präsidenten am 1. Mai ausgerufenen Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak sind mehr als 1500 US-Soldaten bei fast täglichen Anschlägen getötet oder verletzt worden. Als wollten die Widerstandsgruppen Wolfowitz persönlich ihre Schlagkraft demonstrieren, gab es seit dessen Ankunft im Irak am vergangenen Freitag verstärkte Angriffe auf die US-geführten Besatzungstruppen und irakische Kollaborateure. Immerhin gilt der Falke in der US-Administration als »Architekt« der Irak-Invasion. In der südirakischen Stadt Amarah wurde der von den Besatzungstruppen eingesetzte Polizeichef Hamid Hadi Hassan Al Abe nach dem Freitagsgebet beim Verlassen einer Moschee erschossen. Bei einem Bombenanschlag auf eine US-Patrouille in Bagdad wurden am Samstag erneut drei Soldaten verletzt. Der Sprengsatz sei an einer Autobahnabfahrt im Südwesten der Hauptstadt ferngezündet worden, teilte ein Sprecher der US-Besatzungstruppen mit.
Im Westen von Bagdad überrollte ein US-Schützenpanzer ein Taxi, nachdem er von Unbekannten beschossen worden war. Drei Insassen des Taxis starben auf der Stelle, zwei weitere, darunter ein Kind, wurden verletzt, wie Augenzeugen und Krankenhausärzte dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira berichteten. Unweit der irakischen Stadt Faludscha wurden am Samstag drei Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt. Der Fahrzeugkonvoi des in Großbritannien ansässigen Unternehmens European Landmines Solutions wurde von US-Truppen beschossen, berichtete der amerikanische Ingenieur David Rasmussen, der bei dem Angriff verletzt wurde. Der den Hilfskonvoi begleitende irakische Wachmann Laith Jusef bestätigte diese Angaben. »Wir waren das Ziel eines Angriffs der Amerikaner«, sagte er. Die Besatzungstruppen wiesen zunächst jede Verantwortung für den Vorfall zurück.
Bei dem Granatenangriff auf einen US-Hubschrauber in der Nähe von Tikrit wurde am selben Tag nach US-Militärangaben mindestens ein Soldat verletzt. Zunächst war von fünf Verletzten die Rede gewesen. Der Helikopter war nur wenige Stunden, nachdem Wolfowitz amerikanische Soldaten in der Heimatstadt des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein besucht hatte, abgeschossen worden. Dies erklärten US-Militärs in Tikrit.
Wolfowitz, der sich zu seinem zweiten, mehrtägigen Besuch im besetzten Irak aufhält, hatte in Tikrit noch erklärt, er sei gekommen, um den US-Truppen, ihren Verbündeten sowie den mit ihnen kooperierenden Irakern zu danken: »Sie tragen den Kampf an den Feind heran.« Spätestens der Angriff auf das Raschid-Hotel am Sonntag morgen mußte dem Pentagon-Vize dann aber deutlich machen, daß es sich wohl umgekehrt verhält. Ein US-Soldat wurde bei dem Angriff mit 29 ferngezündeten Raketen getötet, mindestens 15 Menschen wurden verletzt. Wolfowitz überlebte die Granatwerferattacke unverletzt und wurde von den US-Besatzungstruppen an einen anderen, als sicher eingestuften Ort gebracht.
Die anhaltenden Widerstandsaktionen im Irak brachten am Wochenende unterdessen auch Zehntausende Amerikaner auf die Straße. Sie protestierten gegen die verlustreiche Irak-Politik der US-Administration. Während Medienvertreter von nur 20000 Demonstranten berichteten, waren die Veranstalter überwältigt von der Resonanz. Allein an den zentralen Protesten in Washington D.C. nahmen demnach 100000 Menschen teil. In San Francisco im Westküstenstaat Kalifornien folgten 15000 Demonstranten dem Ruf der Friedens- und Bürgerrechtsgruppen. Zentrales Motto der vom Antikriegsbündnis ANSWER organisierten Manifestationen: »Bring the troops home! ? Bringt unsere Truppen nach Hause!«
Die Demonstranten waren mit Bussen aus mehr als 140 Städten in die US-Hauptstadt angereist. Erstmals sei das Gros der Unzufriedenen aus vielen kleinen Städten und Orten der USA und nicht aus großen Metropolen wie New York oder Washington gekommen, erklärte John Catalinotto vom International Action Center gegenüber jW. An den Protesten beteiligten sich auch Angehörige von im Irak stationierten oder getöteten US-Soldaten sowie Veteranen früherer US-Kriege. Unterstützt wurden die amerikanischen Besatzungsgegner mit Solidaritätsaktionen in zahlreichen Städten Europas und Asiens. Es waren die größten Protestaktionen gegen die Bush-Regierung seit dem vermeintlichen Kriegsende im Irak. Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage zur Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zufolge kam Bush auf eine Zustimmungsrate von nur noch 40 Prozent.Die Regierung von US-Präsident George W. Bush steht immer stärker unter Druck. Irakische Widerstandsgruppen demonstrierten am Wochenende eindrucksvoll ihre Schlagkraft gegen die Besatzer. Nahe Tikrit schossen Guerilla-Kämpfer einen Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee ab, in der irakischen Hauptstadt Bagdad nahmen sie mit Raketen das Hotel Raschid unter Feuer. Pentagon-Vize Paul Wolfowitz, der sich in dem stark gesicherten Luxuskomplex am Westufer des Tigris aufhielt, überlebte den Angriff, war allerdings sichtlich geschockt ob der Effizienz seiner Gegner. In den USA protestierten unterdessen mehr als 100 000 Menschen gegen Bushs Irak-Politik. Die Demonstranten forderten den sofortigen Abzug der US-Soldaten aus dem besetzten Zweistromland.
Seit dem vom US-Präsidenten am 1. Mai ausgerufenen Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak sind mehr als 1500 US-Soldaten bei fast täglichen Anschlägen getötet oder verletzt worden. Als wollten die Widerstandsgruppen Wolfowitz persönlich ihre Schlagkraft demonstrieren, gab es seit dessen Ankunft im Irak am vergangenen Freitag verstärkte Angriffe auf die US-geführten Besatzungstruppen und irakische Kollaborateure. Immerhin gilt der Falke in der US-Administration als »Architekt« der Irak-Invasion. In der südirakischen Stadt Amarah wurde der von den Besatzungstruppen eingesetzte Polizeichef Hamid Hadi Hassan Al Abe nach dem Freitagsgebet beim Verlassen einer Moschee erschossen. Bei einem Bombenanschlag auf eine US-Patrouille in Bagdad wurden am Samstag erneut drei Soldaten verletzt. Der Sprengsatz sei an einer Autobahnabfahrt im Südwesten der Hauptstadt ferngezündet worden, teilte ein Sprecher der US-Besatzungstruppen mit.
Im Westen von Bagdad überrollte ein US-Schützenpanzer ein Taxi, nachdem er von Unbekannten beschossen worden war. Drei Insassen des Taxis starben auf der Stelle, zwei weitere, darunter ein Kind, wurden verletzt, wie Augenzeugen und Krankenhausärzte dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira berichteten. Unweit der irakischen Stadt Faludscha wurden am Samstag drei Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt. Der Fahrzeugkonvoi des in Großbritannien ansässigen Unternehmens European Landmines Solutions wurde von US-Truppen beschossen, berichtete der amerikanische Ingenieur David Rasmussen, der bei dem Angriff verletzt wurde. Der den Hilfskonvoi begleitende irakische Wachmann Laith Jusef bestätigte diese Angaben. »Wir waren das Ziel eines Angriffs der Amerikaner«, sagte er. Die Besatzungstruppen wiesen zunächst jede Verantwortung für den Vorfall zurück.
Bei dem Granatenangriff auf einen US-Hubschrauber in der Nähe von Tikrit wurde am selben Tag nach US-Militärangaben mindestens ein Soldat verletzt. Zunächst war von fünf Verletzten die Rede gewesen. Der Helikopter war nur wenige Stunden, nachdem Wolfowitz amerikanische Soldaten in der Heimatstadt des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein besucht hatte, abgeschossen worden. Dies erklärten US-Militärs in Tikrit.
Wolfowitz, der sich zu seinem zweiten, mehrtägigen Besuch im besetzten Irak aufhält, hatte in Tikrit noch erklärt, er sei gekommen, um den US-Truppen, ihren Verbündeten sowie den mit ihnen kooperierenden Irakern zu danken: »Sie tragen den Kampf an den Feind heran.« Spätestens der Angriff auf das Raschid-Hotel am Sonntag morgen mußte dem Pentagon-Vize dann aber deutlich machen, daß es sich wohl umgekehrt verhält. Ein US-Soldat wurde bei dem Angriff mit 29 ferngezündeten Raketen getötet, mindestens 15 Menschen wurden verletzt. Wolfowitz überlebte die Granatwerferattacke unverletzt und wurde von den US-Besatzungstruppen an einen anderen, als sicher eingestuften Ort gebracht.
Die anhaltenden Widerstandsaktionen im Irak brachten am Wochenende unterdessen auch Zehntausende Amerikaner auf die Straße. Sie protestierten gegen die verlustreiche Irak-Politik der US-Administration. Während Medienvertreter von nur 20000 Demonstranten berichteten, waren die Veranstalter überwältigt von der Resonanz. Allein an den zentralen Protesten in Washington D.C. nahmen demnach 100000 Menschen teil. In San Francisco im Westküstenstaat Kalifornien folgten 15000 Demonstranten dem Ruf der Friedens- und Bürgerrechtsgruppen. Zentrales Motto der vom Antikriegsbündnis ANSWER organisierten Manifestationen: »Bring the troops home! ? Bringt unsere Truppen nach Hause!«
Die Demonstranten waren mit Bussen aus mehr als 140 Städten in die US-Hauptstadt angereist. Erstmals sei das Gros der Unzufriedenen aus vielen kleinen Städten und Orten der USA und nicht aus großen Metropolen wie New York oder Washington gekommen, erklärte John Catalinotto vom International Action Center gegenüber jW. An den Protesten beteiligten sich auch Angehörige von im Irak stationierten oder getöteten US-Soldaten sowie Veteranen früherer US-Kriege. Unterstützt wurden die amerikanischen Besatzungsgegner mit Solidaritätsaktionen in zahlreichen Städten Europas und Asiens. Es waren die größten Protestaktionen gegen die Bush-Regierung seit dem vermeintlichen Kriegsende im Irak. Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage zur Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zufolge kam Bush auf eine Zustimmungsrate von nur noch 40 Prozent
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