Bis in die tiefe Nacht versammelten sich am 13- März in ganz Spanien Menschen, um die sofortige Offenlegung des wahren Informationsstands der spanischen Regierung einzufordern. Ständig schlossen sich mehr Menschen den spontanen und lautstarken Protesten an. In Madrid legten einige junge Polizisten die Waffen ab und redeten mit, in Barcelona schloss sich eine ganze Hundertschaft der Demonstration an. In Zaragoza und in Galizien machte die Polizei Druck, konnte aber angesichts der Menge und ihrer Kraft nichts ausrichten, im Baskenland und im französischen Bayonne kam es zu teils heftiger polizeilicher Repression. Übersetzung eines zusammenfassenden Berichts über die Proteste der Menschen in der vergangenen Nacht aus IMC Italy.
Was die Nachrichten nicht bringenDie spontane Kundgebung vor dem Sitz des Partido Popular in Madrid bestand schon in der ersten Stunde aus tausend Menschen und in weniger als zwei Stunden waren es schon 5.000. Zum ersten mal, (vor allem für die anwesenden Genossen und Genossinnen der Bewegung die anwesend waren) ist eine nicht genehmigte Demonstration nicht gewaltsam von der Polizei angegangen worden: dem nach, was erzählt wird, ist es so, dass die Einheiten selbst die zum Schutz des PP-Sitzes abgestellt waren, mit den Demonstranten sozialisierten, während Rajoy (Kandidat des Partido Popular, A.d.Ü.) die Auflösung der "illegitimen" Versammlungen beschwörte–viele junge Milizianer haben ihre Aufstandsbekämpfungswaffen abgelegt, und begonnen, Dialoge mit der Kundgebung zu führen.
In kurzer Zeit erreichte die Nachricht der Einberufung einer weiteren spontanen Demonstration die Kundgebung, während das Gerücht umging, dass sich die Wahlkommission zu einer außerordentlichen Sitzung versammelt hatte und nach der Pressekonferenz des Lügners Nummer 1 Acebes, der Verantwortlich für drei Tage offizieller Zuschreibungen des Attentats zulasten von ETA war und jetzt der Masseninformation die Verhaftung von drei Arabern und zwei Indern zum Fraß zuwarf. Aus Madrid hat man mir gesagt, dass der Paseo zu dem Zeitpunkt, als zehntausend Menschen sich vom Sitz des PP zum neuen Treffpunkt, wo sich bereits weitere Tausend Menschen versammelten hinbewegten voller Leute war, die aus den Häusern kamen und sich anschlossen. Szenen der Anteilnahme, die man so noch nie gesehen hatte, auch aus den Häusern entlang der Strecke, welche die Menschen zurücklegten, die auf Töpfen und Kasserollen klopfend zum demonstrieren aufriefen. Die Versammlung an der Puerta del Sol eine halbe Stunde später war unzählbar, während die Kunde von der Nachricht einer El Kaida Revindikation auf Band eintraf–ebenfalls eine Nachricht, die lange der offiziellen Information vorenthalten wurde.
In Barcelona rief sich die Demonstration unabhängig von der in Madrid auf die gleiche weise und ebenfalls selbst ein. Schon am Freitag war es die immense Masse der Menge auf der offiziellen Demonstration gewesen, die den Anlass in einen Moment der Einforderung von Frieden und des Zuströmens von Zehntausenden hin zur Parteizentrale verwandelt hatte, obwohl die Teilnahme an der Alternativdemonstration, die von Bewegungen und Gewerkschaften zum Sitz des Partido Popular spärlich gewesen war. Heute Abend ist die Szenerie noch unglaublicher: um 24:00 konnte man die Menschen nicht mehr zählen, eine Schwemme von Jungen und weniger Jungen, die in das Zentrum er katalanischen Hauptstadt zusammengeflossen waren. Die Szenen eines Nachgebens selbst von Polizeieinheiten wiederholten sich auch in Barcelona: eine ganze Hundertschaft der Policia Municipal hat die Reihen gebrochen und sich der Kundgebung angeschlossen, als diese in einem Demonstrationszug zum Passeig de Gracia aufgebrochen ist...
Ungefähr ab 23 Uhr hat sich die Selbsteinberufung zu den Sitzen des Partido Popular mit der primären Forderung nach einer öffentlichen Erklärung Aznars zur Offiziellmachung der Wahrheit über das Attentat und damit er sich bei der Bevölkerung entschuldige mit den selben Losungen gegen den Krieg und die Manipulation sich in vielen Städten des spanischen Staates reproduziert: "Hunderte" waren es schon allein auf Tenerife. Während Zehntausende allein in Santiago de Compostela demonstrierten: das beweisen Bilder einer unendlichen und erkennbaren Menge auf Indy Madrid. Tausende in Zaragoza, wo die Ordnungskräfte hingegen versucht haben, Druck auf die Versammlungen auf der Straße zu machen, aber durch die Zahl und die Spontaneität ohnmächtig gemacht wurden–ein einziger Mensch mit Schürfwunden war die Bilanz der Auflösung der Demonstration um ein Uhr.
Ganz Galizien ging im Besonderen auf die Straße. Der galizische Sitz des PP und des Gemeindeparlaments sind unter Belagerung gestellt worden, dort hatte die Polizei eine weit angespanntere Haltung, aber auch in diesem Fall verhinderte das immense Ausmaß der Menge und die entschlossene Homogenität der spontanen Verhaltensweisen die Repression. Die Menge enterte auch die Büros der Telefonica der Xunta de Galicia, weil auf deren Homepage weiter die Mitteilung über die "Verurteilung von ETA" wegen des Anschlags erschien...
In Andalusien breitete sich die mobiltazione polpolare (Volksmobilisierung, A.d.Ü.) rapide aus: spontane Versammlungen und Demonstrationen dauerten sowohl in Malaga, wo es Transparente mit der Aufschrift "Terroristen Nein, Moslems Ja" und "Raus aus dem Krieg jetzt" gab, als auch in Sevilla.
Spannung höchsten Ausmaßes in Euskadi (Baskenland, d.Ü.) wo die Tötung des Bäckers Angel Berroeta ? Aktivist von der Organisation der Angehörigen der baskischen politischen Gefangenen Exterat–durch einen spanischen Polizisten der sich dann stellte, mit der Version, dass er (Berroeta, A.d.Ü.) sich der Weigerung, Zeichen der Trauer zur Schau zu stellen, schuldig gemacht habe, Protestdemonstrationen in Pamplona, der Stadt des Mordes und Hauptstadt von Navarra, aber auch im französischen Bayonne ausgelöst hatte (A.d.Ü. in Bayonne war ursprünglich eine Demonstration gegen die Situation in spanischen Gefängnissen nach dem ETA des Anschlags beschuldigt worden war angesetzt, die sich spontan in Protest wegen der Tötung Barroetas umwandelte). Zusammenstöße, Polizeiangriffe und Barrikaden in allen drei Fällen. Sonntag von Batasuna einberufene Mobilisierung.
Das ist derweil der Text der auf Videoband aufgenommenen El Kaida Revindikation, die nach den Mobilisierungen gegen die fortgesetzte Lüge der ETA-Verantwortlichmachung für das Attentat vom Donnerstag vom Innenministerium bei einer nächtlichen Pressekonferenz übergeben wurde:
"Wir erklären, dass wir wegen dem, was in Madrid exakt zweieinhalbe Jahre nach unseren Anschlägen in New York und Washington geschah, verantwortlich sind. Es ist eine Antwort auf eure Kollaboration mit dem Kriminellen Bush und seine Verbündeten. Es ist eine Antwort auf die Verbrechen, die ihr in der Welt verursacht habt und insbesondere in und Irak und in Afghanistan und es wird weitere davon geben, wenn Gott will".
"Ihr wollt das Leben, wir wollen den Tod, das gibt ein Beispiel dessen, was der Prophet Mohamed gesagt hat, wenn ihr nicht mit euren Ungerechtigkeiten aufhört wird das Blut mehr und mehr anwachsen und diese Anschläge werden im Vergleich zu Dem, was mit dem, was ihr Terrorismus nennt, passieren können wird, als eine Kleinigkeit erscheinen".
Dem nach, was uns die ersten unabhängigen Nachrichten sagen und die telefonischen Informationen in Direktübertragung, ändert sich der sentimento popolare (das Volksempfinden (A.d.Ü.) der Ablehnung dieser Regierung nicht um einen Millimeter. Dass des sich Attentat im Rahmen des globalen Krieges ereignete und also unter der direkten Verantwortung einer Regierung, die, wie die unsere (Das ist ein italienischer Text, A. d. Ü.) das Land in den Krieg geführt hat ist genau die Wahrheit, die von den Massen gerufen und eingefordert wurde.
Kundgebungen und Versammlungen auf der Straße sind während der Demonstrationen in der Nacht in Kastilien, Katalonien, Galizien, Andalusien, Navarra und Euskadi für Sonntag vor den Wahlgebäuden einberufen worden. [Ende der Übersetzung]
Das Magazin Vilaweb hat Platz für Fotogalerien eingerichtet, hier die Links:
Vor dem Sitz des PP in Barcelona–http://www.vilaweb.com/especials/especial825304.html
Valencia, Tarragona, Mataró und Figueres–http://www.vilaweb.com/especials/especial825316.html
Cassolada (cacerolazo) in Badalona–http://www.vilaweb.com/especials/especial825316.html
Anmerkung: Alles, was semantisch mit "Volk" zu tun hat, ist in der Übersetzung deshalb direkt aus dem Italienischen übernommen und erst in Klammern übersetzt, weil es so schwierig ist, die Art und Weise, wie die betreffenden Begriffe in anderen Sprachen im Süden Europas verstanden werden ohne Missverständnisse bzw. einwandfrei mit der deutschen Begriffsbesetzung zu vereinbaren. Dafür kann niemand was, es ist aber so.
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