Öl zehrt Dollar aus:
Dollar als Preistreiber
Die OPEC hatte am vergangenen Mittwoch im iranischen Isfahan zum vierten Mal innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate eine Erhöhung der Fördermenge in den Mitgliedsländern beschlossen. Die Ölproduktion soll demzufolge um 500000 Barrel (Faß/159 Liter) pro Tag, oder 1,9 Prozent der Gesamtproduktion angehoben werden. Außerdem plant das Kartell nochmals eine vergleichbare Erhöhung der Förderung im Laufe des Jahres, falls die Preise auf den Weltmärkten nicht sinken sollten. Zur Wochenmitte hatte der Ölpreis (für Petroleum der Spitzenqualität) ein historisches Hoch von 56,05 US-Dollar pro Barrel erreicht.
Spekuliert wird inzwischen über eine Abkoppelung der Erdölpreise vom US-Dollar. Einige der Ölförderstaaten, die die nicht unbedingt als Freunde der USA gelten, könnten Interesse an der weiteren Schwächung der US-amerikanischen Währung haben, wird gemutmaßt. Der US-Ökonom Fred Cederholm warf in einem Kommentar für das venezolanische Internetmagazin Vheadline.com die Frage auf, ob erdölfördernde Länder wie Iran, Syrien, Libyen und Venezuela nicht versuchen könnten, den US-Dollar als offizielle OPEC-Währung fallenzulassen, dafür den Euro als äquivalente Währung einzuführen.
Obwohl der Anstieg des Weltmarktpreises für Rohöl hauptsächlich auf die Mechanismen der Nachfrage, auf regionale Instabilität in wichtigen Förderregionen (Irak, Iran), den steigenden Bedarf stark wachsender großer Volkswirtschaften (vor allem in Indien und China) und ein erhebliches spekulatives Moment zurückzuführen ist, sieht Cederholm einen direkten Zusammenhang zwischen dem Preiszuwachs und der Schwächung der US-Währung. Er versucht, dies mit einem einfachen Rechenbeispiel klarzumachen: Am 10. März 2000 bekam man einen Euro für 97 US-Dollarcent. Ein Barrel Rohöl kostete 31 Dollar. Fünf Jahre später, am 10. März 2005, entsprach der Euro 1,34 Dollar, und das Öl kostete 53,40 US-Dollar pro Barrel. Cederholms Rechnung ist simpel: Teilt man 31 Dollar durch 0,97 und multipliziert das Ergebnis mit 1,34, käme man auf einen Preis von 42,82 US-Dollar pro Barrel.
Ausuferndes Defizit
Immer mehr Dollar fließen aus den USA ins Ausland. Das Leistungsbilanzdefizit (der Saldo aus Zu- und Abflüssen von Waren und Kapital) der größten Volkswirtschaft summierte sich im vergangenen Jahr auf die gigantische Summe von knapp 666 Milliarden Dollar. Ein Viertel der Steigerung dieses Fehlbetrages, der fast ausschließlich auf einem riesigen Handelsbilanzdefizit von 665 Milliarden Dollar beruht, wird von der US-Notenbank auf den gestiegenen Ölpreis zurückgeführt. »Jeden Tag kaufen wir (die US-Amerikaner – d.Red.) für über eine Milliarde US-Dollar mehr im Ausland ein, als wir exportieren. Die Summe der US-Dollar im Ausland werde daher immer größer. Man müsse daher die Frage stellen, so Cederholm, was andere Länder mit ihren Dollarvorräten vorhaben. Die bewegen sich inzwischen in Billionenhöhe. Und mit einem Anflug von schwarzem Humor setzte der US-Wissenschaftler hinzu: »Sie könnten den USA ja einen Bundesstaat abkaufen.«
Auch nach Erhöhung der OPEC-Förderquoten zweifeln Ökonomen am Ende des Preisauftriebes. Spekulationen über Ablösung der »Ölwährung« durch Euro
Nach der in der vergangenen Woche erfolgten Ankündigung der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC), die Ölförderung in ihren Mitgliedsländern anzuheben, änderten sich die Preise für Öl an den Börsen kaum. Die meisten der elf OPEC-Mitgliedsstaaten haben inzwischen das Maximum ihrer Förderkapazität erreicht. Neben Saudi-Arabien und Kuwait bildet dabei auch Venezuela eine der Ausnahmen. Dessen Ölminister Rafael Ramírez erwartet nun bis zum Ende des Jahres Ölpreise bis zu 60 US-Dollar pro Barrel. »Besorgt« über die hohen Ölpreise zeigte sich auch Saudi-Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi: »Wir wollen einen stabilen Markt, und wir werden die wirtschaftlichen Interessen aller Länder, vor allem die der Entwicklungsländer, beachten.«Dollar als Preistreiber
Die OPEC hatte am vergangenen Mittwoch im iranischen Isfahan zum vierten Mal innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate eine Erhöhung der Fördermenge in den Mitgliedsländern beschlossen. Die Ölproduktion soll demzufolge um 500000 Barrel (Faß/159 Liter) pro Tag, oder 1,9 Prozent der Gesamtproduktion angehoben werden. Außerdem plant das Kartell nochmals eine vergleichbare Erhöhung der Förderung im Laufe des Jahres, falls die Preise auf den Weltmärkten nicht sinken sollten. Zur Wochenmitte hatte der Ölpreis (für Petroleum der Spitzenqualität) ein historisches Hoch von 56,05 US-Dollar pro Barrel erreicht.
Spekuliert wird inzwischen über eine Abkoppelung der Erdölpreise vom US-Dollar. Einige der Ölförderstaaten, die die nicht unbedingt als Freunde der USA gelten, könnten Interesse an der weiteren Schwächung der US-amerikanischen Währung haben, wird gemutmaßt. Der US-Ökonom Fred Cederholm warf in einem Kommentar für das venezolanische Internetmagazin Vheadline.com die Frage auf, ob erdölfördernde Länder wie Iran, Syrien, Libyen und Venezuela nicht versuchen könnten, den US-Dollar als offizielle OPEC-Währung fallenzulassen, dafür den Euro als äquivalente Währung einzuführen.
Obwohl der Anstieg des Weltmarktpreises für Rohöl hauptsächlich auf die Mechanismen der Nachfrage, auf regionale Instabilität in wichtigen Förderregionen (Irak, Iran), den steigenden Bedarf stark wachsender großer Volkswirtschaften (vor allem in Indien und China) und ein erhebliches spekulatives Moment zurückzuführen ist, sieht Cederholm einen direkten Zusammenhang zwischen dem Preiszuwachs und der Schwächung der US-Währung. Er versucht, dies mit einem einfachen Rechenbeispiel klarzumachen: Am 10. März 2000 bekam man einen Euro für 97 US-Dollarcent. Ein Barrel Rohöl kostete 31 Dollar. Fünf Jahre später, am 10. März 2005, entsprach der Euro 1,34 Dollar, und das Öl kostete 53,40 US-Dollar pro Barrel. Cederholms Rechnung ist simpel: Teilt man 31 Dollar durch 0,97 und multipliziert das Ergebnis mit 1,34, käme man auf einen Preis von 42,82 US-Dollar pro Barrel.
Ausuferndes Defizit
Immer mehr Dollar fließen aus den USA ins Ausland. Das Leistungsbilanzdefizit (der Saldo aus Zu- und Abflüssen von Waren und Kapital) der größten Volkswirtschaft summierte sich im vergangenen Jahr auf die gigantische Summe von knapp 666 Milliarden Dollar. Ein Viertel der Steigerung dieses Fehlbetrages, der fast ausschließlich auf einem riesigen Handelsbilanzdefizit von 665 Milliarden Dollar beruht, wird von der US-Notenbank auf den gestiegenen Ölpreis zurückgeführt. »Jeden Tag kaufen wir (die US-Amerikaner – d.Red.) für über eine Milliarde US-Dollar mehr im Ausland ein, als wir exportieren. Die Summe der US-Dollar im Ausland werde daher immer größer. Man müsse daher die Frage stellen, so Cederholm, was andere Länder mit ihren Dollarvorräten vorhaben. Die bewegen sich inzwischen in Billionenhöhe. Und mit einem Anflug von schwarzem Humor setzte der US-Wissenschaftler hinzu: »Sie könnten den USA ja einen Bundesstaat abkaufen.«
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