Venezuelas Diplomatie feiert den Erfolg ihrer fünfjährigen Bemühungen, Mitglied des gemeinsamen südamerikanischen Marktes Mercosur zu werden. Auf der XXVI. Sitzung des Rates des Gemeinsamen Marktes, dem Gipfeltreffen der Staatschef der Mercosur-Mitglieder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, wurde die Bolivarianische Republik in die Union aufgenommen, die sich zunehmend auch als ein politisches Staatenbündnis versteht.
Venezuelas von der Opposition kontrollierte Privatmedien verschwiegen dieses Ereignis weitgehend, um den Erfolg der Regierung fünf Wochen vor dem Referendum über die Zukunft des Präsidenten Chávez nicht bekannt zu machen. Der Präsident sah sich deshalb gezwungen, eine Cadena Nacional, die gemeinsame Übertragung aller Radio- und Fernsehstationen Venezuelas, anzuordnen und wandte sich aus den Studios des staatlichen argentinischen Fernsehens Canal 7 an die Venezolanerinnen und Venezolaner.Chávez erinnerte daran, daß die Bemühungen Venezuelas um einen Beitritt zum Mercosur vor fünf Jahren begonnen haben. Sie waren durch den Putsch vom April 2002 sowie durch die Sabotage der Erdölindustrie im Dezember 2002 und Januar 2003 ins Stocken geraten. Durch die veränderte politische Lage nach dem Regierungsantritt von Lula in Brasilien und Kirchner in Argentinien konnten die Verhandlungen schließlich doch vom Erfolg gekrönt werden.
Neben Venezuela trat auch Mexiko dem Mercosur als assoziiertes Mitglied bei. Bis zum Abschluß mehrerer Abkommen nimmt das nordamerikanische Land an den Sitzungen des Mercosur als Beobachter teil. Mexikos rechter Präsident Vicente Fox zog damit die Konsequenz aus dem Stocken über die von den USA geforderte Amerikanische Freihandelszone ALCA/FTAA. Lateinamerika müsse über regionale Integration und bilaterale Abkommen zu einem Akteur auf der internationalen Bühne werden, forderte Fox.
Venezuelas Präsident Chávez unterzeichnete darüber hinaus mehrere Abkommen mit Argentiniens Präsident Kirchner. Dazu gehören die Bildung des Petrosur, einer strategischen Allianz beider Länder bei der Erdölproduktion. Die staatlichen Fernsehsender Canal 7 (Argentinien) und VTV (Venezuela) vereinbarten eine enge Zusammenarbeit. Diese Vereinbarung stellt den ersten Schritt zum Aufbau einer lateinamerikanischen Fernsehkette dar, die Chávez beim Treffen der G-15 vorgeschlagen hatte, um die Vorherrschaft der US-Medien einzuschränken. In einem weiteren Abkommen wurden vereinbart, daß künftig Tanker des staatlichen venezolanischen Erdölkonzerns PdVSA auch in Argentinien repariert und künftig sogar gebaut werden.
Quellen: Radio Nacional de Venezuela, La Jornada (Mexico), Granma (Cuba)–Zusammenfassung: RedGlobe
| < Prev | Next > |
|---|












